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Piaggios Rezept gegen Stau

  • 19. August 2016
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70 lange Jahre lang gibt´s den kultigen Vespa-Roller schon. Das Grundlayout wurde weitgehend beibehalten. Nach wie vor verzichtet Vespa auf den Einsatz von Kunststoff für die wohlproportionierte Karosserie, dafür hat sich unterm Blech viel getan. Dort arbeiten jetzt teils großvolumige Vier- statt Zweitakt-Motoren, eine problemlose Automatik ersetzt mittlerweile die hakelige Handgriffschaltung, bessere Bremsen halten die Fuhre ABS unterstützt an und ein solides Fahrwerk schluckt sogar gröbere Schlaglöcher. Das alles zusammen ergibt ein perfekt verarbeitetes aber dennoch herrlich ungeschliffenes Ganzes. Eine Vespa darf beziehungsweise muss nach wie vor ordentlich vibrieren und dass sie kalt meistens erst beim zweiten Zupfer anspringt, gehört ebenso dazu. Egal, sie springt an. Kleine Räder, die niedrige Sitzposition und das geringe Gewicht machen sie wendig und agil. Alles läuft spielerisch ab. Vorschlängeln, an der Ampel vorne einreihen und dann mit Vollgas den Rest der Welt ausbeschleunigen – so funktionierts.

Es gibt ja viele gute Motorroller, den Coolness-Faktor einer potenten Vespa erreicht aber kaum einer.

Kenner greifen gleich zur GTS 300ie. Voraussetzung ist lediglich der A-Führerschein und ein paar Hunderter mehr am Konto. Die große GTS fährt sich genauso kinderleicht wie die Achtelliter-Version, wiegt kaum mehr, bietet allerdings genau dann mehr Power, wenn man mit der 125er leistungsmäßig verhungert – beim Durchzug und auf der Stadtautobahn. 21,5 PS sind zwar nicht die Welt, aber im Revier der Vespa benötigt man in der Regel nicht mehr. Schön ist vor allem die Zusatz-Power, die einem beim Ampelstart den großvolumigen Diesel-Boliden enteilen lässt. Da kommt man mit einer Hundertfünfundzwanziger schnell mal in Bedrängnis. Ansonsten, verhaltene Bissigkeit, schöne Dosierbarkeit und feiner Durchzug. Fahrwerk und ABS-Bremse spielen auch toll mit – wer kann sich noch an die kippelige Fortbewegung auf den alten Wespen erinnern? Alles Vergangenheit, jetzt herrscht souveräne Coolness in allen Fahrsituationen.

Was sollen wir über die Optik schreiben? Vespa ist einfach Vespa.

Jeder kann sich sofort was darunter vorstellen. Farblich kann man auch nicht viel falsch machen. Weiß steht der GTS 300ie Super Sport jedenfalls hervorragend, dann kommen die schwarz lackierten Alufelgen, die rote Feder an der Front, die ebenfalls rot illuminierten Instrumente und die herrlich altmodischen Gummi-Leisten auf den Trittbrettern so richtig toll zur Geltung. Unsere Test-Vespa war zudem mit einem Spark-Sportauspuff ausgerüstet. Dieser tönt knackig, weckt aber beim morgendlichen Start trotzdem nicht alle Nachbarn auf – Empfehlung!

Fazit:
Vespa rules! Eine Vespa bietet in der City das Optimum an Spaß – es sollte halt wenn möglich eine 300er sein. Die höheren Preise zahlen sich spätestens beim Wiederverkauf aus. Die Vespa GTS 300ie Super Sport ABS steht ab EUR 6.599 in der Preisliste.

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