Das meistverkaufte Elektroauto der letzten vier Jahre hatte es auch schon mal einfacher, weshalb Tesla seinem Model Y etwas unter die Arme greift.
Nicht wenige sagen, die E-Mobilität wie wir sie heute kennen würde es ohne Tesla und seinen verhaltensoriginellen Chef nicht geben. Das kann man so stehen lassen, wohl wissend, dass man eh nicht sagen kann, was sonst in welcher Form passiert wäre. Tesla wird diese Entwicklung wohl ambivalent sehen, eh klar profitiert man vom eigenen gesetzten Trend, andererseits wird die Luft für schwindelerregende Pluszahlen auch immer dünner.
Eher das Gegenteil ist der Fall, selbst das Model Y als ultimativer Goldesel hatte zuletzt mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen. Freilich reden wir da noch immer von einem hohen Niveau, aber ein Minus sieht keiner gern. Tesla als alles andere als ein klassischer Hersteller bedient sich jetzt eines ganz klassischen Werkzeuges: Einem Facelift. Dass brachte neben aerodynamischen Feinschliff, markanten LED-Lichtleisten an Front und Heck und einer verbesserten Geräuschdämmung unter anderem auch ein neues Einstiegsmodell.
Das wir zwar nicht fuhren, eine Erwähnung ist es uns aber trotzdem wert. Die Gründe dafür sind rasch gefunden: Sensationeller Preis (44.170,00 EUR), immer noch sehr gute Ausstattung (Keyless, Zwei-Zonen-Klima) und kaum Abstriche bei Reichweite (WLTP 505 Kilometer) oder Fahrleistungen (0 auf 100 km/h in 7,2 Sek).
Unsereins fand sich in einem „Long Range“ mit Hinterradantrieb samt „Premium“-Ausstattung. Also Rundumwohlfühlmodell ohne die Brutalität der „Performance“-Variante, dafür mit einem immer noch coolen Preis von 51.970,00 EUR.
Mit 299 PS und 420 Newtonmeter maximalem Drehmoment ist man anno 2026 zwar kein Straßenfeger mehr, 5,6 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h sind aber immer noch super. Vor allem lässt beim Tesla die Kraft nicht spürbar nach, wer mag knackt mit ihm knapp die 200 km/h-Marke. 609 Kilometer WLTP-Reichweite und 250 kW maximale Ladeleistung lassen das reuelos zu. Ob man dann immer noch die Nerven für teilautonomes Fahren, wo die Hände quasi nur noch auf dem Lenkrad liegen müssen, hat, ist wieder eine andere Geschichte.
Fix ist ein sehr lässiges, fast schon erhabenes Fahrgefühl. Geräusche von außen sind de facto nicht wahrnehmbar, dem Spieltrieb bei den künstlichen Sounds darf also ganz frei gefrönt werden. Überhaupt setzt der Tesla eh traditionell voll auf die digitalen Errungenschaften. Via App ist vorklimatisieren, ver- und entriegeln oder aktives Eingreifen in den Ladevorgang ganz selbstverständlich, selbst ein Camp-Modus lässt sich aktivieren.
Ein vielleicht kleiner, aber doch unmissverständlicher Hinweis auf die großzügigen Platzverhältnisse des Model Y. Egal wo man Platz nimmt, es herrscht generöse Bewegungsfreiheit. Der Kofferraum spielt mit maximal 2.138 Liter in einer eigenen Liga, optional ist das Model Y auch als Siebensitzer zu haben. Oder man bedient sich am teslaeigenen Campingzubehör. Matratze, Kühlschrank, Vorzelt und vieles mehr schenken dem Model Y quasi eine neue Identität. Manchmal lohnt es sich eben auch auf keine selbst gesetzten Trends zu setzen.
Echt lässig:
Das coole Preis-Leistungsverhältnis.
Echt stressig:
Ist immer noch der Verzicht auf Head-up Display, Instrumente und Tasten.
Echt fett:
Die Platzverhältnisse.
Echt schade:
Dass wir die umfangreiche Ausstattung im Bericht nicht würdigen konnten.
Daten Tesla Model Y Long Range RWD
Motor: 74,0 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 299 PS
Max. Drehmoment: 420 Nm
Reichweite: ca. 500 km
Vmax: 201 km/h
0 auf 100 km/h: 5,6 Sek
Preis Testmodell ab 51.970,00 EUR





