Wenn ein Dauerbrenner ein Facelift bekommt, gilt es alte Tugenden zu bewahren ohne auf neue Akzente zu vergessen. Der Arona zeigt wie das geht.
Der Seat Arona ist bereits seit 2017 auf dem Markt. Erfolg war ihm von Anfang an sicher, eh klar, Seat als Marke ging und geht hierzulande immer und als kompaktes City-SUV ist dir reger Zulauf sowieso fix ins Nest gelegt. Freilich auch nicht für immer, weshalb Seat dem Arona aktuell das schon zweite Facelift zu Teil werden ließ. Ob das reicht um seinen Erfolg zu prolongieren haben wir uns angeschaut.
Ausgefasst haben wir dafür einen Arona Reference Edition, ein in das Basismodell eingebettetes Sondermodell. Zwei Dinge sind uns dabei sofort ins Auge gestochen: Fünf-Gang Handschaltung und klassisches Zündschloss. Ziemlich retro für ein Facelift anno 2026, aber auch ein klares Statement von Seat. Der Arona war stets ein Auto für die breite Masse, die nebst 150 PS-Top-Antrieb samt 7-Gang DSG auch mit weitaus weniger ihre Freude hat. Gipfelnd in einem Hang zu fairen Preisen, mit gerade einmal 19.990,00 EUR ist unser Testwagen da ein Volltreffer.
Der Gegenwert dafür ist, man kann es nicht anders sagen, exorbitant. Beginnen wir beim Motor und seinen zwei Gesichtern. Am Papier mit 95 PS und 175 Newtonmeter der totale Langeweiler, zeigt der kleine TSI in echt eine erfreuliche Spritzigkeit. Weil das maximale Drehmoment bereits bei 1.600 Umdrehungen anliegt, hängt der Arona gut am Gas, erfreut mit gutem Durchzug und ist sich auch für die linke Spur auf der Autobahn nicht zu schade. Die Schaltwege sind kurz und knackig, der Verbrauch stets deutlich diesseits der sechs Liter.
Eh klar gibt es charismatischere oder laufruhigere Antriebe, aber für sich betrachtet ist diese Variante definitiv zu empfehlen. Sie passt auch zum unaufgeregten Wesen des Arona. Das Facelift bringt mit neuen Waben-Elementen an der Front und schmalen Voll-LED-Scheinwerfern mehr Würze in sein Antlitz, große Aufreger fehlen aber. Die wird man auch im Interieur nicht finden. Mehr Softtouch-Oberflächen und Stoffe tun der Haptik und dem Ambiente merklich gut, für die volle Dröhnung braucht es aber den Griff zu den höherwertigen Ausstattungen inklusive stärkeren Motoren.
Dann vielleicht doch bei der „Reference Edition“ bleiben. Klimaanlage, 16“ Felgen, Tempomat, digitales Cockpit, 8,25“ Multimediasystem und das schicke „Fjord Blau“-Metallic sind immerhin serienmäßig. Via günstigem „Österreich“-Paket holt man sich noch das darin inkludierte Winter-Paket und Seat Full-Link mit an Bord, fertig ist ein stimmiges City-SUV. Sensationelle 10 Jahre Garantie gibt es obendrauf, lasset den Alltag und seine Tücken ruhig kommen.
Die relativ unverblümte Liebeserklärung an analoge Bedientools schlägt hier voll durch. Tasten und Drehregler dominieren das Setting und rauben dem eh auch gut strukturiertem Touchscreen glatt die Show. Einzig etwas größere Ablagen hätten wir uns gewünscht, die Flaschenhalter in der Mittelkonsole taugen eher für schmale Gläser. Dafür herrscht ansonsten Platz in Hülle und Fülle, das gute Platzangebot samt großem und variablem Kofferraum wohnt dem Arona seit jeher inne. Noch so eine feine alte Tugend, an der Seat nicht rüttelt. Danke dafür.
Echt lässig:
Viel Auto für wenig Geld.
Echt stressig:
Die Verlockungen der „FR“-Varianten.
Echt fett:
Dass zwei Mountainbikes ins Heck passen.
Echt schade:
Das viele nicht wissen wie wenig Auto eigentlich reicht.
Daten Seat Arona Reference Edition 1.0 TSI
Motor: 3-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 95 PS
Max. Drehmoment: 175 Nm/1.600 U.
Testverbrauch: ca. 5,7 Liter
Vmax: 182 km/h
0 auf 100 km/h: 11,1 Sek
Preis Testmodell ab EUR 19.990,00











