Ein großes und brachiales E-Auto kreieren kann ein jeder. Ein stimmiges und den Launen des Alltags trotzendes eher wenige. Einer davon ist Kia.
Die E-Mobilität ringt weiterhin um Einfluss, um Erfolg, um Akzeptanz in der breiten Masse der Gesellschaft. Gefühlt sind die ersten, wir möchten fast sagen, Jahre des Angebens, vorbei, so gut wie jeder Hersteller besinnt sich abseits seiner vor Kraft strotzenden Leuchtturmprojekte auf das Wesentliche. Traditionell und quasi aus der fossilen Ära mit eingeschleppt tut sich am Meisten im Segment der Kompakt-SUV´s.
Selbiges aufzumischen ist das erklärte Ziel des neuen Kia EV5. Wobei wir uns da gleich selber korrigieren wollen, solch aggressive Herangehensweise ist dem netten Koreaner aus der Nachbarschaft fremd. Er ist ein Muster an Ausgewogenheit, wollte man es negativ betrachten würde man sagen, der Kia ist nirgends herausragend. Im Umkehrschluss ist er dafür überall gut bis sehr gut, auf der Suche nach einer echten Schwäche haben wir lediglich neue Stärken gefunden.
Das beginnt schon beim Design, eh bekannt als mittlerweile typisch Kia, weshalb der einst eher martialisch wahrgenommene Blockhüttenstil dem Auge schon mehr schmeichelt. Eyecatcher sind neben den Ecken und Kanten wie so oft die markanten LED-Lichtsignaturen an Front und Heck, die getestete GT-Line steuert noch 19-Zöller bei. Weitaus mehr tut sich die Top-Ausstattung im Interieur hervor. Harman-Kardon-Sound, Head-up Display, klimatisierte Ledersitze mit Massagefunktion, Drei-Zonen-Klima und vieles mehr ist inkludiert. Kurzum: Vollausstattung.
Der Focus auf Komfort und lebenserleichterndes ist nicht zu übersehen, Sportlenkrad und Alu-Pedale sind eh fesch, aber nur Randnotizen. In einem Kompakt-SUV, wo man Familien als Zielgruppe ausgegeben hat, zählen andere Dinge. Platz zum Beispiel. Der EV5 setzt seine Form konsequent in diese Richtung um, auf allen Sitzen herrscht feudale Bewegungsfreiheit. Opulent auch der Kofferraum mit 566 bis 1.650 Litern Fassungsvermögen, geadelt mit toller Variabilität, ebener Ladefläche und weit aufschwingender elektrischer Heckklappe.
Bei den 2.069 Kilogramm Leergewicht wird es demnach nicht oft bleiben, was wiederum gewissen Anforderungen an den Antrieb mit sich bringt. Mit 216 PS und 295 Newtonmeter steht der eh gut im Futter, wie wohl wir alle wissen, dass das bei den Elektrischen gutes Mittelmaß ist. Soll sein, in 8,4 Sekunden sprintet der Kia in sich ruhend auf 100 km/h, dass bei 165 km/h Schluss ist sollte auch niemanden stören. Cooler ist die via Lenkradpaddles variierbare Rekuperation, für die ganz Faulen gibt es eh auch einen Automatikmodus.
Den man wohl zumeist nutzen wird. Sport ist dem EV5 seine Sache nicht so wirklich, auch das Fahrwerk ist deutlich im komfortablen Bereich angesiedelt. Ist mit Blick auf das Gesamtkonzept nur logisch, tut aber auch dem Verbrauch gut. Der 81,4 kWh große Akku stellt 505 WLTP-Kilometer zur Verfügung, gute 400 schaffen den Sprung in die Realität. Solide ist auch maximale Ladegeschwindigkeit, 150 kW sollen in einer halben Stunde den Akku von 10 auf 80% bringen.
Als „GT“-Line startet der Kia EV5 bei 54.590,00 EUR, die auch nicht ärmlich bestückte „Air“-Basisausstattung legt schon bei 45.590,00 EUR los.
Echt lässig:
Wie breit sich Kia aufstellt. Der EV2 steht auch schon vor der Tür.
Echt stressig:
Wir überlegen noch.
Echt fett:
Immer wieder: 7 Jahre bzw. 150.000 Kilometer Garantie.
Echt schade:
Das wir noch keinen Testtermin für den 265 PS AWD-EV5 haben.
Daten Kia EV5 GT-Line
Motor: 81,4 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 216 PS
Dauerleistung: 72 PS
Max. Drehmoment: 295 Nm
Reichweite: ca. 400 km
Vmax: 165 km/h
0 auf 100 km/h: 8,4 Sek
Preis Testmodell ab 54.590,00 EUR
Preis Basismodell ab 45.590,00 EUR








