Django reitet wieder

Friktionsfreie urbane Fortbewegung funktioniert oft nur mehr einspurig. Das weiß auch Peugeot und offeriert uns den Django 125i.

Der Griff zum Motorroller liegt also nahe. Was früher hauptsächlich im sonnigen Süden Usus war, hat sich mittlerweile auch schon in Österreichs Großstädten etabliert. Ob’s an der Klimaerwärmung liegt, oder die Leute einfach cooler geworden sind, wissen wir nicht. Wird wahrscheinlich beides zutreffen.

Neben den üblichen Verdächtigen aus Italien, hat sich in den letzten Jahren auch Peugeot als Anbieter interessanter Motor-Scooter manifestiert. Die Palette der Franzosen ist mittlerweile riesig – auf der Pariser Motorshow 2018 hat Peugeot Scooter mit einer Vielzahl an interessanten Neuigkeiten aufgezeigt. Neben dem Dreirad-Großroller Metropolis und diversen City-Flitzern ab 50 Kubik sticht vor allem der kultige Peugeot Django 125i Scooter aus dem Angebot hervor. Peugeot versteht es dabei hervorragend, unpeinliches Retro-Design glaubwürdig auf die Straße zu bringen.

Man muss den Django nicht zwangsläufig in „Mädchenfarbe“ ordern – es gibt ihn auch in „männlicherer“ Lackierung.

Unser Test-Django war ganz patriotisch in rot-weiß-rot gehalten. Die Zweifarbigkeit hebt den Roller wunderbar aus der mittlerweile unendlichen Masse an grauen und scharzen Vespas hervor, die mittlerweile die österreichischen Innenstädte bevölkern. Dass seine Karosserie dabei aus Kunststoff besteht, stört überhaupt nicht, zumal das Ganze perfekt zusammengefügt wurde und es das Gefährt auch dementsprechend leichtgewichtig macht.

Man muss nicht zwangsläufig an BMW denken, wenn man 125i sagt.

Der Django ist nicht nur ausgesprochen fesch – er punktet auch mit Praktikabilität. Unter der bequemen Sitzbank findet ein Jethelm und zusätzlich noch eine Regenjacke locker Platz – betankt wird der Django über eine von zwei praktischen Klappen links und rechts im Schutzblech. Ebenso praktisch ist der ausklappbare Sackerlhalter dazwischen. Das Windschild dient eher der Optik, wer wirklich Schutz sucht, sollte sich ein höheres Schutzschild besorgen. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die fehlende Griffweitenverstellung der Bremsen – da stossen kleine Hände vielleicht an ihre Grenzen.

Während die Optik des Peugeot Django in die „Sixties“ schielt, ist die Technik höchst gegenwärtig. EURO4 ist obligat. Die Blinker arbeiten auf LED-Basis und machen piepsend ungewollte Blinkerei unmöglich. Die 12-Zoll Räder weisen genau die richtige Größe auf, um den Roller spurtreu aber dennoch wendig zu machen. Das präzise abgestimmte Fahrwerk und eine standfeste ABS Bremse halten den Roller auch bei südländischer Fahrweise stabil in Spur.

Der 125 ccm große Einzylinder spritzt elektronisch ein – leistet 10.2 PS. Auch nach einer eiskalten Laternennacht springt der Peugeot Django 125i verlässlich an und läuft auch sofort rund. Knapp hundert km/h sind mit Anlauf drinnen – ein Mitschwimmen auf der Stadtautobahn ist jederzeit möglich. Das wahre Revier ist aber natürlich die verblockte Innenstadt. Dort spielt der schlanke Django seine Leichtigkeit (135 Kilo leer) und die damit verbundene Handlichkeit perfekt aus. Zusammen mit der tiefen Sitzposition wird das Vorschlängeln zum echten Vergnügen, welches man nicht mehr missen möchte.

Es muss nicht immer Vespa sein.

Um faire 3.949 Euro bekommt man mit dem Peugeot Django 125 Evasion ABS einen wendigen Headturner für die staugeplagte Innenstadt.

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