Unsere Autos können immer mehr, oft mehr als uns eigentlich lieb ist. Dabei könnte man es sich auch einfach machen und zum neuen Mitsubishi Grandis greifen.
Jeder Testbericht ist in echt eine Form von Kompromiss. Das war schon immer so. Eine Vorgabe an Zeichen und Wörtern zwingt jeden Redakteur zum Abwägen. Was lasse ich weg, was erwähne ich nur am Rande, wo setze ich Schwerpunkte. Einst war das gar nicht so schwierig, es gab eine Karosserie, ein Design, einen Antrieb. Doch seitdem Chips mehr sind als ungesundes Knabberzeug und nur gelernte IT-Techniker alles was unterm Blech vorgeht verstehen, ist das gar nicht mehr so leicht.
Das jetzt als perfekte Überleitung zum neuesten Modell aus dem Hause Mitsubishi zu bezeichnen, würde dem Grandis aber unrecht tun. Denn natürlich ist auch er voller Bits und Bytes, digitaler Errungenschaften samt passabler Sprachsteuerung. Und hat mit dem Google-Infotainmentsystem die offiziell beste Benutzeroberfläche an Bord. Trotzdem gibt es als Bonus noch eine feine Anzahl an echten Tasten, auch am Lenkrad verbittet sich Mitsubishi Softtouchkram.
Ein klarer Hinweis auf das Wesen des Grandis. Er will einen nicht herausfordern, schon gar nicht überfordern. Fahren mit dem Grandis fühlt sich nicht wie ein ständiger Test, ob man eh alle Apps richtig nutzt und alle Einstellungen bis ins kleinste Detail individualisiert hat an. Er ist mehr der unaufgeregte Begleiter, seine Mission ist, den Alltag einfacher zu machen, an statt ihn zu verkomplizieren. Und das auf mehreren Ebenen.
Beispiel Antrieb. Der Grandis ist in zwei Benzin-Hybrid Varianten zu haben, neben einem 158 PS starken Vollhybrid wird noch ein 130 PS leistender Mild-Hybrid mit 6-Gang-Handschaltung angeboten. Ist jetzt vielleicht nicht das heißeste Zeug am Markt, dafür ist man von Gedanken über Funktionsweise, Ladestand oder Reichweite komplett befreit. Statt dessen erfreut man sich am kräftigen Antritt, den feinen Fahrleistungen, dem fluffigen Schaltgetriebe und einem Verbrauch der kaum merklich über sechs Liter auf 100 Kilometer liegt.
Beispiel Fahrerlebnis. Für ein kompaktes SUV sieht der Grandis ziemlich cool, um nicht zu sagen dynamisch aus. Seinem Look folgen aber insofern keine Taten, als dass er sehr komfortabel abgestimmt ist. Sportliche Gangarten sind dem Mitsubishi eher fremd, eh klar bleibt er immer sicher und leicht zu dirigieren, aber auf der letzten Rille wird man ihn selten bewegen wollen. Passt auch so, meistens wird ein Teil oder gern auch die ganze Familie mit an Bord sein, da käme das eh nicht gut an.
Beispiel Interieur. Im Grandis herrschen feine Platzverhältnisse, die Krönung ist der große Kofferraum samt verschiebbarer Rückbank. Verarbeitung und Materialien sind von der guten Sorte, man greift gerne hin ohne Angst vor Verschmutzung zu haben. Auch fein ist die Ausstattung, in der Ausstattung „Intense“ sind alle gängigen Assistenzsysteme, induktives Handyladen, 19-Zoll Felgen, Keyless, elektrische Heckklappe und vieles mehr schon an Bord.
Beispiel Preise. Unser Mitsubishi Grandis 1,3l Mild-Hybrid „Intense“ ist mit 34.590,00 EUR im Vergleich zur Konkurrenz richtig günstig. Das Basismodell startet bereits bei 28.990,00 EUR, lässige acht Jahre Garantie gibt es so oder so.
Echt lässig:
Wie stimmig das alles wirkt.
Echt stressig:
Wenn alles stimmig wirkt, dann kann nichts echt stressig ist.
Echt fett:
Kann ein gut gemachtes Schaltgetriebe wie dieses sein.
Echt schade:
Dass die Top-Ausstattung „Diamond“ nur für den Vollhybriden zu haben ist.
Daten Mitsubishi Grandis 1.3I Mild-Hybrid Intense
Motor: 4-Zylinder Benziner/E-Motor (Mildhybrid)
Leistung: 140 PS
Systemdrehmoment: 245 Nm/2.500 U.
Testverbrauch: 6,3 Liter
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 10,6 Sek
Preis Testwagen ab EUR 34.590,00
Preis Basismodell ab EUR 28.990,00













