Dacia spendiert dem Sandero ein Facelift und geht damit den nächsten Schritt weg vom billigen hin zum modernen, dabei aber immer noch günstigen Vollwertauto.
Ab-Preis 12.650,00 EUR. Eine Zahl, die wir einfach mal so in den Raum schmeißen. Nur um sicher zu gehen: Da reden wir nicht von einer Anzahlung, du bekommst dafür das ganze Auto. Sicher, als Gegenwert gibt es eine nur spärlich ausgestattete und via 67 Saugbenziner-PS als Sandero verkleidete Wanderdüne. Darum ein Blick an das andere Ende der Preisliste. Kecke 18.490,00 EUR für einen 110 PS starken 3-Zylinder Turbobenziner im Top-Modell Stepway Extreme stehen dort.
Dieses Modell hat sich auch bei uns zum Test eingefunden, noch angereichert um die Pakete „Technik“, „Winter“ und „Driving“ samt der Amber-Yellow Lackierung. Recht viel mehr Sandero geht dann echt nicht mehr, man darf sich die 20.717,20 EUR für das Testmodell als Zenit vorstellen. Und ja, sie haben richtig gerechnet, drei Pakete und die Metallic-Lackierung bringen Dacia zusammen weniger Gewinn als anderswo ein einziges Mini-Paketchen.
Beim Sandero ist der Stepway die mit Abstand beliebteste Variante. Ist auch nicht weiter verwunderlich, die dezente Beplankung mit topografischem Design samt Höherlegung schenkt ihm nicht nur einen eigenständigen, sondern auch höherwertigen Look. Die erwähnte „Amber Yellow“- Bemalung und die schwarzen 16-Zoll Aluräder setzen noch einen drauf, am Ende wundert man sich auch gar nicht mehr, wieviel Aufmerksamkeit der Dacia in der Konstellation erregt.
Da kommt das Facelift fast schon zu kurz. Eh nur fast, die Symbiose aus neuem Kühlergrill, neuen Stoßfängern und LED-Licht in Pixel-Optik weiß sich zu behaupten. Im Interieur gibt es neue Stoffe und ein neues Multimediasystem. Man spürt, wie sich der Sandero um einen qualitativ feinen Eindruck bemüht. Unvermeidbares wie Hartplastik wird mit kupferfarbenen Designelementen lässig aufgelockert, selbiger Farbton findet sich auch in den Ziernähten der Sitze. Dazu noch verspieltes wie Fußmatten mit topografischem Design, fertig ist die coole Erlebniswelt.
Die Top-Ausstattung reiht sich da nahtlos ein. Klimaautomatik, kabellose Handy-Kopplung, digitale Anzeigen Keyless und Rückfahrkamera sind schon fein, in den Paketen findet sich noch feineres wie Sitz- und Lenkradheizung, Sound-System, 360° Kamera und Fernlichtassistent. Verzicht sieht jedenfalls anders aus, die großen Drehregler für die Klima oder der Multi-Media Bediensatellit hinter dem Lenkrad sind vielleicht nicht der letzte Schrei, in Sachen Bedienung aber dafür der Lauteste.
Das ist der Motor auch nicht, freilich ist das typische 3-Zylinderknurren stets präsent. 110 PS und 200 Newtonmeter treffen auf 1.170 Kilogramm, entsprechend quirlig und aufgeweckt geht der Antrieb zur Sache. Das 6-Gang-Schaltgetriebe könnte man sich etwas knackiger vorstellen, letztlich überzeugt der Sandero mit einer zu ihm und der City als seinem Lieblingshabitat passenden Performance. Ein Verbrauch unter sechs Litern ist jederzeit machbar, angesichts der komfortablen Fahrwerksauslegung gibt es eh keine sportlichen Ausreißer, die daran etwas ändern könnten.
Echt lässig:
Das nochmals optimierte Preis-Leistungsverhältnis.
Echt stressig:
Trotz feinem ESP eine gewisse Unruhe in (zu) schnellen Kurven.
Echt fett:
Dass er viel teurer aussieht.
Echt schade:
Wie einfach eine logische Bedienung sein kann und dass das so wenig schaffen.
Daten Dacia Sandero Stepway Extreme TCe 110
Motor: 3-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 110 PS
Max. Drehmoment: 200 Nm/2.900 U.
Testverbrauch: ca. 5,9 Liter
Vmax: 174 km/h
0 auf 100 km/h: 10,0 Sek
Preis Testmodell ab EUR 18.490,00
Preis Basismodell ab EUR 15.490,00






