Mit dem CLA EQ hat Mercedes die Tür zur E-Mobilität nochmal neu geöffnet. Die neue C-Klasse soll selbige überhaupt gleich aus den Angeln heben.
Die fortschreitende Marktdurchdringung der Elektroautos lässt sich an diversen Parametern festmachen. An steigenden Verkaufszahlen und immer mehr neuen Ladestationen auch abseits der Ballungszentren sowieso, aber auch die Modellpolitik der Hersteller kann ein untrügliches Zeichen sein, dass es jetzt quasi ernst wird. Und spätestens wenn die eigenen heiligen Kühe voll elektrifiziert werden, wird auch dem letzten Zweifler klar, wohin die Reise geht.
Mercedes hat das eh schon recht gut vorexerziert, nebst einer ganzen Armada an SUV´s haben sich auch EQE und EQS unter den Stromern etabliert. Großer Abwesender war bis zuletzt die C-Klasse, wenn man so will jenes Modell, wo sich alle Tugenden der Marke in einem preislich noch gut verdaulichen Rahmen unter einem Dach vereinen. Für das EQ-Modell gilt das derzeit noch mit Abstrichen, zum Marktstart wird mit dem C 400 4Matic nur das Top-Modell abseits zu erwartender AMG-Ausreißer angeboten. Kostenpunkt: 68.550,00 EUR.
Ein erstes Kennenlernen fand nun im Rahmen des traditionellen „Drive&Create“-Events statt. Okay, die Veranstaltung gab es erst zum zweiten Mal, eigentlich zu wenig um von einer Tradition zu reden. Aber es war und ist halt extrem lässig, von dem her fühlt es sich an wie eh schon immer dagewesen, was an der Stelle als gar nicht mal so subtiler Hinweis für Mercedes gelten darf, an einem Termin für 2027 zu basteln. Wir sagen hiermit schon zu.
C-Klasse EQ C 400 4Matic also. Die Typbezeichnung verspricht nebst Allrad einen Überfluss an Leistung, welchen die 489 PS Maximalleistung auch locker erfüllen. In knackigen 4 Sekunden fällt die 100 km/h-Marke, maximal läuft der Benz 210 km/h. So brachial wie das klingt fühlt es sich erfreulicherweise gar nicht an, schon mächtig, aber distinguiert stürmt der Benz von A nach B. Hinsichtlich Reichweite ist das kein Problem, 94,5 kWh großer Akku, 800-Volt Technik, Zweiganggetriebe und 330 kW maximale Ladeleistung garantieren Sorgenfreiheit in allen Lebenslagen.
Diese Leichtigkeit des Seins spiegelt sich auch im Fahrverhalten. Wir würden den C 400 EQ als typische Sportlimousine mit komfortablen Touch definieren, Schmankerl wie die durch Daten anderer Mercedes-Modelle gespeiste intelligente Luftfederung oder Hinterachslenkung sind großes Kino. War vielleicht auch Inspiration für das Interieur, wo sich der optionale MBUX Hyperscreen auf 39,1 Zoll ausbreitet. Das erschlägt einen fast, aber eh nur fast, weil neben gestochen scharfen Bildern hat uns auf unsere Testfahrt auch die Bedienung komplett überzeugt.
Da müssen sich Verarbeitung und Materialien schon ordentlich strecken, um nicht übersehen zu werden. Schaffen sie eh locker, genauso wie das Exterieur. Via kurzer Überhänge übernimmt hier die Dynamik das Kommando, die Platzverhältnisse haben wir trotzdem als großzügig wahrgenommen. Sehr großzügig war Mercedes auch bei der Nutzung von LEDs: Bis zu 1.050 zieren die Front der C-Klasse EQ. Das sieht genauso beeindruckend aus wie es klingt, da freut man sich ja schon fast wieder auf die kurzen Novembertage.