Elektrische Limousinen sind sowieso schon Sympathieträger, wenn auf so hohem technischen Niveau wie der Hyundai Ioniq 6 erst recht.
Ja, es gibt sie noch. Modelle mit einem ausgeprägten Hang zur Individualität, einem Statement gleichkommend, dass es im Leben nicht nur um Rationalität und schnöde Zahlen geht. Das sind zwar meistens keine Verkaufsschlager, was wiederum genau der Anreiz sein kann, seine Unterschrift auf den Kaufvertrag zu setzen. Der Hyundai Ioniq 6 ist so eines. Bei den Stückzahlen im Hintertreffen gegenüber seinem ach so praktischen Bruder Ioniq 5, ist er optisch das weitaus.
Über 4,9 Meter lang ist die schnittige Sportlimousine, vom Windkanal mit einem famosen cW-Wert von 0,21 freigegeben. Wir könnten hier jetzt von dem via Facelift Einzug gehaltenen schärferen Blick oder dem gefühlt endlos nach hinten fließenden Heck samt Spoiler erzählen. Oder die Gimmicks der N-Line wie 20-Zöller, Stoßfänger vorne und hinten, Seitenschweller in Schwarz und diversen N-Line Emblemen aufzählen. Tatsache ist, dass man den Ioniq 6 als „N-Line“ live sehen muss.
Sie markiert abseits des jenseitigen N-Modelles die Top-Ausstattung, bringt sich auch im Interieur mit roten Akzenten, schwarzem Alcantara, Sportsitzen und vielem mehr entsprechend mit ein. Head-up Display, BOSE-Sound und Matrix-LED geben aber auch eine erste Ahnung davon, dass der Ioniq 6 gar nicht so wild ist wie er sich auf den ersten Blick vielleicht gibt. Sagen wir so, so vielseitig die Ausstattung ist, so vielseitig gibt sich der Koreaner im Alltag.
Die 325 PS Maximalleistung unserer getesteten 84 kWh AWD-Variante treibt das mit einem verschmitzten Lächeln auf die Spitze. Druckvoll beschleunigt der 6er in 5,1 Sekunden auf 100 km/h, Kraft im Überfluss und Elastizität auf Sportwagenniveau wird zur gelebten Selbstverständlichkeit. Die längsdynamische Performance unseres Modelles ist beeindruckend, auch querdynamisch lässt sie nichts anbrennen. Dass die N-Variante doppelt so viel Leistung hat, packen wir da gerade überhaupt nicht. Steht aber eh auf einem anderen Blatt Papier.
Gott sei Dank möchte man fast sagen, denn bei der Abstimmung des Fahrwerkes zeigt der Ioniq 6 N-Line seine komfortable Seite. Nicht im Sinne einer Sänfte, aber mit klarem Blick für die Ansprüche im Alltag. Agilität mit Niveau quasi. Zieht sich in der Form generell durch das ganze Auto. Alles Sportliche ist stilgerecht statt peinlich, das drum herum fein verarbeitet und in edlen Materialien gehalten. Wir sagen wie es ist, Hyundai goes eh schon länger Premium.
Und wer es nicht glaubt sei auf die 800-Volt Technik verwiesen. Damit schafft der Ioniq bis zu 350 kW Ladeleistung, was die eh schon superne WLTP-Reichweite von 570 Kilometer noch weiter adelt. Wohlgefühl stellt sich ein, Entspannung. Die feinen Platzverhältnisse passen da gut dazu, die kleine Kofferraumöffnung verlangt nach kleinen Abstrichen. Sonst wäre da nichts in die Richtung, die digitale Landschaft ist groß, selbst auf klassische Drehregler und Tasten muss man nicht verzichten.
Als „N Line“ 84 kWh 4WD startet der Ioniq 6 bei 64.490,00 EUR, unter Ausnutzung aller Boni werden daraus attraktive EUR 54.780,00 EUR.
Echt lässig:
Wie gut der geht.
Echt stressig:
Wie klein die Ladeluke ist.
Echt fett:
Wie schnell der lädt.
Echt schade:
Wie selten man ihn sieht.
Daten Hyundai Ioniq 6 N-Line 84 kWh 4WD
Motor: 84,0 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 325 PS
Dauerleistung: 110 PS
Max. Drehmoment: 650 Nm
Reichweite: ca. 500 km
Vmax: 185 km/h
0 auf 100 km/h: 5,1 Sek
Preis Basismodell ab 45.990,00 EUR
Preis Testmodell ab 64.490,00 EUR













