Hochdachkombis erfreuen sich hoher Beliebtheit, gibt es doch sonst nirgends mehr Ladetalent für weniger Geld. Und wie passt da die E-Mobilität dazu?
So sehr Ford in den letzten Jahren bei den klassischen PKW´s zu kämpfen hatte, so unangefochten regieren die Kölner das Segment der Transporter. Von klein bis groß ist alles dabei, wobei „klein“ da etwas irreführend sein könnte. Tatsächlich basiert der Tourneo Courier als Türöffner ins Transporteruniversum zwar auf dem seligen Fiesta, darauf kommen würde man weder bei seinem Anblick noch beim Blick auf das Datenblatt fix nicht. Wir sagen nur 570 bis 2.162 Liter Kofferraumvolumen.
Zum Test ist der Courier in der Top-Ausstattung „Active“ angetreten, was neben einer fast kompletten Ausstattung vor allem einen gefälligen Outdoor-Look mit sich bringt. Markante Front samt schwarzem Kühlergrill, Unterfahrschutz und final die „Bursting Green“ Lackierung lockern den an sich pragmatischen Zugang des Hochdachkombis zum Thema Auto mit einer großen Prise Abenteuer auf. Das bleibt mangels Allrad zwar im Wesentlichen Kopfkino, wenn man nach einer ausgiebigen Radl-Tour das verdreckte Mountainbike in den Kofferraum stellt, schließt sich trotzdem ein Kreis.
Die Frage beim E-Tourneo ist demnach nicht, was man wie im Auto verstauen kann. Es sind ja nicht das Volumen alleine, sondern auch das Maximum an Variabilität und nicht zuletzt die Schiebetüren sind ein einziger Feuchttraum für alle, die auf große Reisen gehen wollen. Es ist eher die Frage nach dem Ziel und dem Weg dorthin, die sowieso jedem E-Auto in die Wiege gelegt sind. Dem E-Tourneo angesichts seiner offensichtlichen Talente aber noch mehr.
Tatsächlich ist es beim Tourneo ein Muss, sich mit seinen technischen Daten ganz bewusst auseinander zu setzen. Fiesta als Basis sagten wir schon, dass der Ford keine 1,7 Tonnen schwer ist, man weder beim Kofferraum noch beim entspannten Lümmeln auf allen Sitzen den verbauten Akku bemerkt und wenn man dann auch noch weiß, dass unterm Blech die selbe Antriebseinheit wie beim kleinen Puma Gen-E steckt, ja, dann weiß man, dass in Sachen Reichweite Flexibilität und im Idealfall auch noch ein ruhiges Gemüt von Vorteil ist.
Der Akku im Ford vermag netto 43,5 kWh zu speichern, eine WLTP-Reichweite von 288 Kilometern und 100 kW maximales Gleichstromladen sind weitere technische Eckdaten. Wie man weiß vermindert der Alltag die WLTP-Reichweite je nach Fahrprofil mal mehr mal weniger, rechnet man bei Courier noch seine Würfelform dazu, landet man in echt bei 210 bis 220 Kilometer. Das ist für den täglichen Gebrauch zwischen Kindergarten, Nahversorger und Schwiegermutter mehr als ausreichend, auf längeren Strecken klarerweise aber eine Herausforderung.
Entschädigt wird man dafür mit einer in fein austarierten Performance. 136 PS und 290 Newtonmeter passen perfekt zum Tourneo. Kein sportlicher Ausreißer, aber spontaner Antritt und feiner Durchzug sind aller Ehren wert. Die Rekuperation bremst bis zum Stillstand, das Fahrwerk ist typisch Ford straff, aber fair. Dazu gesellt sich ein ergonomisches Interieur. Der 12“ Touchscreen sieht edel aus und ist easy zu bedienen, Verarbeitung und Materialien sind auf stimmigen Niveau. Der Preis auch? 41.485,00 EUR, das Basismodell spielt es via Aktionen schon ab 27.990,00 EUR.
Echt lässig:
Gepäckstücke einwerfen statt verstauen.
Echt stressig:
Wird wohl der Winter sein.
Echt fett:
Die vielen Ablagen.
Echt schade:
Dass es nur noch so wenig Autos mit Schiebetüren gibt.
Daten Ford E-Tourneo Courier Active
Motor: 43.5 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 136 PS
Dauerleistung: 70 PS
Max. Drehmoment: 290 Nm
Reichweite: ca. 210 km
Vmax: 145 km/h
0 auf 100 km/h: 11,0 Sek
Preis Testmodell ab 41.485,00 EUR
Preis Basismodell ab 27.990,00 EUR









