Eye of the Tiger

Wenn heutzutage ein Hersteller sein neuestes SUV auf den Markt bringt, ist das keine große Sache mehr. Beim VW T-Roc ist alles anders.

Alleine dieser Name, T-Roc. Ein steinefressender Urzeitjäger ist nur eine von vielen Assoziationen, allen gemein ist ein hohes Maß an Action und Abenteuer. Schade, dass man nicht das volle Potential aus diesem so gelungenen Namen ausgeschöpft hat. Denn sonst hätte man den eh ganz ansehnlich designten Bock aus der Fernsehwerbung gegen Mr. T eingetauscht. Wer Mr. T ist? Das war der härteste Gegner, den Rocky Balboa jemals hatte. Und wer sich fragt wer Rocky Balboa ist, darf entweder noch nicht Auto fahren oder ist gerade aus dem Kryoschlaf aufgewacht.

Egal. Doch wollen wir beim Boxsport bleiben, denn es tun sich Parallelen auf. Nicht wegen einer zerknautschten Front, ganz im Gegenteil, der T-Roc ist aus dieser Perspektive mit seinen Kanten und dem ausgelagerten LED´s ein echter Bringer. Es ist mehr die perfekte Balance zwischen kräftig-sportlicher Statur bei gleichzeitig schlank-durchtrainierter Figur, die den VW quasi zum T-Rocky macht. Der Wolfsburger setzt hier voll auf Lifestyle und schafft es als einer der ganzen wenigen VW´s, die brandneue Konkurrenz aus Fernost beim Design schon wieder alt aussehen zu lassen.

Dabei hat unser Testmodell die vielen individuellen Designmöglichkeiten praktisch gar nicht ausgenutzt. Zu den zehn verschiedenen Grundfarben stellt VW noch diverse Kontrasttöne für das Dach zur Verfügung, Ziernähte und bunte Kunststoffkonsolen sind ebenfalls zu haben. Das haben sie sich in der Pressestelle dann doch nicht getraut und uns einen in White Silver Metallic getunkten T-Roc mit Caribou Grey-Dekoreinlagen vor die Tür gestellt. Klingt fad, aber was sollen wir sagen, er schaut trotzdem echt scharf aus.

Diese Würze geht im Interieur etwas verloren, hier überwiegt technoide Coolness.

Das digitale Active Info Display bildet hier gemeinsam mit dem großen Touchscreen ein kongeniales Duo. Das Beste daran ist die tatsächlich sehr schnell erlernte Bedienung, wir hatten beim Anblick des mit Tasten übersäten Lenkrades ja so unsere Bedenken. Der massive Einsatz von Hartplastik hat uns nicht so gut gefallen, insgesamt herrscht im Innenraum aber hoher Wohlfühlfaktor, bis hin zum ordentlichen Platzangebot.

Angetrieben wurde unser Schmuckstück vom bekannten 2,0 TDI, zwangsvermählt mit dem 4Motion-Allradantrieb, freiwillig verbunden mit dem 7-Gang-DSG. Damit sind 120% aller Einsatzgebiete von einem B-SUV abgedeckt, freilich auf eher sportlichem Niveau. Der Motor hat ordentlich Power, das DSG alles im Griff, bis hin zu einem so gut wie ruckfreien Ampelstart. Das Gesamtkonzept des T-Roc fordert in der Form eher SUV-untypisch einen sehr offensiven, dynamischen Fahrstil. Nehmen wir gerne mit.

Und was nimmt VW? Das hohe technische Level, modernste Assistenzsysteme und das generell hohe Ausstattungslevel unseres Test-T-Roc rechtfertigen eine gewisse Schmerzzulage im Vergleich zur Konkurrenz. Bei EUR 40.0887,11 könnt der ein oder andere Interessent aber trotzdem k.o. gehen.


Was er kann:
Sich gegen Audi Q2, Kia Stonic & Co durchsetzen. Behaupten wir.

Was er nicht kann:
Den Einsatz von Hartplastik schlüssig erklären.

Extralob gibt es:
Die guten Platzverhältnisse. Vier Erwachsene? Eh klar.

Ändern würden wir:
Die Parameter des Spurhalteassistenten neu kalibrieren.


Daten VW T-Roc Sport TDI 4Motion DSG
Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Leistung: 150 PS
Max. Drehmoment: 340 Nm bei 1.750 U/min
Testverbrauch: 6,2 Liter
Vmax: 200 km/h
0 auf 100 km/h: 8,7 Sek
Preis ab EUR 37.370,00

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