Hier spielt die Musik

Wer aktuell Kia sagt, sagt derzeit in erster Linie Stinger. Weshalb ich noch 2017 den ersten Kia-Testwagen 2018 für mich reserviert habe – den Kia St….onic.

„What the F*“ dürfte bei der Schlüsselübergabe auf meiner Stirn gestanden sein. Zumindest zeigte sich mein Chef sehr motiviert die Vorzüge der B-SUV´s in einer Art von Mitleids-Brainstorming aufzuzählen, freilich nicht ohne mit breitem Grinsen auf den für März rot in seinem Kalender eingetragenen Stinger-Termin zu zeigen. Gut, ich bin Profi genug, und eine kurze Trotzphase später – drei Tage in etwa – war ich dann emotional auch soweit mich auf den Stonic einzulassen. Und das völlig zu recht.

 

Ganz allgemein ist das Segment der B-SUV´s gerade ein gleichermaßen heiß umkämpftes wie heiß begehrtes. Manche reden in dem Zusammenhang zwar von lediglich überteuerten Kleinwagen, die große Mehrheit sieht in ihnen aber die günstigste Möglichkeit ein SUV zu fahren. Ein City-SUV, was zwar irgendwie albern klingt, aber genau das ist der Stonic. Leicht erhöhte Sitzposition, Vorderradantrieb und partiell sehr gute Platzverhältnisse sind quasi klassische Tugenden und Garanten für einen Verkaufserfolg.

Das können aber andere auch, der Stonic muss sich also einen Bereich suchen, wo er aus dem Rudel der City-Slicker heraussticht. Mit dem Antrieb gelingt ihm das schon einmal…..nicht. Hinter der bulligen und fesch gezeichneten Front verrichtete ein 110 PS starker Diesel sein Werk. 260 Newtonmeter maximales Drehmoment sichern dem Stonic respektable Fahrleistungen bei wenig Durst, Begeisterung wollte sich ob mäßiger Geräuschdämmung und dem kurz übersetzten 6-Gang-Handschalter aber nicht so recht einstellen. Tipp – den 120 PS starken Turbo-Dreizylinder probieren.

Obwohl ich den CRDi nicht so ganz in mein Herz geschlossen habe, war das Fahren als solches mit dem Stonic angenehm unaufgeregt. Kraft war ja ausreichend vorhanden und die für Kia typische eher dynamische Ausrichtung habe ich auch im Stonic entdeckt. Es geht bei Bedarf durchaus agil durchs Hinterland, knackig sowieso, mit leichten Abstrichen bei der Federung. Aber nicht so, dass man von einer Themenverfehlung reden müßte. Schön auch, dass beim heiteren Kurvenswing dank vieler Ablagen nichts vor, hinter oder unter die Sitze gerutscht ist.

Weil Kia kann sich mittlerweile so gut wie kaum ein anderer Hersteller in unseren Alltag hineindenken. Insbesondere beim Thema Bedienung stellt man den Gros der Konkurrenz in den Schatten. Der Touchscreen ist einer von der freundlichen Sorte, wichtige Features sind über einzelne in XL gehaltene Tasten blind zu bedienen. In diesem Kontext bekommt man auch gleich eine Vorstellung von der Komplettausstattung unseres Testwagens. In der „Gold“-Linie sind unter anderem Navi, Rückfahrkamera, diverse Assistenten und Lenkradheizung an Bord. Sieben Jahre Garantie sowieso. Die Kosten von 23.090 Euro dürfen als Kampfansage verstanden werden. Und in 56 Tagen kommt der Stinger.


Was er kann:
Den Erfolg der B-SUV´s schlüßig darstellen.

Was er nicht kann:
4 Erwachsene mit Gepäck transportieren.

Extralob gibt es:
7 Jahre Garantie. Preis. Ausstattung.

Ändern würden wir:
Wir würden eher zum Benziner raten.


Daten Kia Stonic 1,6 CRDi Gold
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel
Leistung: 110 PS
Max. Drehmoment: 260 NM bei 1500 U/Min
Testverbrauch: 5,5 Liter
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 11,3 Sekunden
Preis ab EUR 23.090,00

 

 

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