Dass der Nachfolger der S90-Limousine vollelektrisch ist, war ja abzusehen. Der neue Zugang beim Design hat uns dann aber doch überrascht.

So gut wie jeder weiß, dass Toyota der größte Hersteller ist. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz liegt Volvo, gefolgt von VW und…..nein, das stimmt natürlich nicht. Aber zumindest in den letzten Monaten fühlt es sich so an. Die Schweden lassen kaum ein Modell ihrer gar nicht mal so großen Palette unangetastet, unsereins sieht sich quasi mitten drin in einem Volvo Dauertest. Angesichts der ganzen Herrlichkeit schwedischer Premiumware soll nichts Schlimmeres passieren.
So gesehen ist Volvo quasi selber schuld, dass wir die 1-jährige Abwesenheit des S90 verschlafen haben. Sei´s drum, jetzt ist eh der Nachfolger da, und der macht seinen Vorgänger in technischer und optischer Sicht eh vergessen. Wobei sich vor allem beim Design erwartetes und unerwartetes zu einer in der Form einzigartigen Mischung aus Limousine mit Fließheck und SUV zusammentut. Die dezente Höherlegung knabbert zwar ein wenig an der Eleganz, fließend abfallende Dachlinie und aerodynamische Optimierung halten aber eh gut dagegen.
Man sieht dem ES90 quasi seinen cw-Wert von 0,25 an, ohne dass sein gelungener Look auf dem Altar der Effizienz geopfert wurde. Spürbar ist sie dort wo es eh wichtiger ist, der große Schwede hat bei Verbrauch und Reichweite voll überzeugt. In der getesteten „Single Motor“-Variante soll ein netto 90 kWh fassender Akku eine Reichweite von bis zu 640 Kilometer ermöglichen. Dagegen Einspruch erheben 333 PS und 480 Newtonmeter, welche die Limousine druckvoll aber ohne Anflug von Vortriebsaggressionen in 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.
Man frönt derlei sehr selten, am ehesten noch erfreut man sich am tollen Durchzug. Das Wesen des Volvo ist ein in sich ruhendes, via optionaler Luftfederung wird das noch optimiert. Damit gelangt der WLTP-Wert zumindest in Sichtweite, 500 Kilometer sind machbar. Und selbst wenn nicht, im ES90 schlummert 800 Volt-Technik, bis zu 310 kW schnell wird geladen, auch hier war der Papierwert in Sichtweite. Wem das alles immer noch zu langsam ist, die „Dual Motor“-Varianten legen sowohl beim Akku als auch bei der Ladegeschwindigkeit noch eine kleine Schippe drauf.
Fehlen tut einem in der sogenannten Basisversion aber genau nichts. One-Pedal Drive, adaptive Rekuperation und feine Geräuschdämmung realisieren gehobenes Fahren. Was das Interieur volley übernimmt. Edel und cool hat Volvo den ES90 gestaltet, man ist umgeben von einem Reichtum von feinen Materialen. Dafür herrscht Tastenarmut, der 14,5“ große Touchscreen ist aber gut strukturiert und mit einigen Shortcuts angereichert. Neueste Software inklusive, das versteht sich aber eh von selbst.
So wie die feinen Platzverhältnisse, vier Erwachsene sitzen richtig kommod, was dem Kofferraum an Litern fehlt, macht er mit der großen Fließheckklappe wieder weg. In der Ausstattung „Ultra“ lassen sich zudem die Rücklehnen in der Neigung verstellen. Deshalb und wegen Bose-Sound, Head-up Display, 4-Zonen Klima, E-Massagesitze, elektrochromen Panoramadach, Wärmepumpe und vielem mehr wäre sie auch unsere erste Wahl. Zumal der Preis ab 81.190,00 EUR auch gut passt.
Echt lässig: Ein neuer Tag, ein neuer Volvo.
Echt stressig: Die Zuordnung in ein Segment. Gut so.
Echt fett: Bei einer Volvo-Limousine?
Echt schade: Es gibt zwar viele Ladestationen, aber wenige die dem ES90 gerecht werden.
Daten Volvo ES90 Single Motor Ultra
Motor: 90 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 333 PS
Dauerleistung: 190 PS
Max. Drehmoment: 480 Nm
Reichweite: ca. 490 km
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 6,6 Sek
Preis Testmodell ab 81.190,00 EUR
Preis Basismodell ab 68.490,00 EUR












