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Polestar 2: Ein Auto wie eine Umarmung

  • 20. Januar 2024
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Die Hersteller scheinen sich bei ihren E-Autos auf das Segment „SUV“ festgelegt zu haben. Polestar macht hier nicht mit und geht einen anderen Weg.

Man kennt das Dilemma: Ein Elektroauto soll eine hohe Reichweite haben. Dafür braucht es einen großen Akku, der wiederum ein großes Auto darum herum braucht. Das führt zu Übergewicht im SUV-Format, was sowohl verbrauchstechnisch als auch aerodynamisch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ergo dessen dümpelt die Reichweite irgendwo zwischen „geht so“ und „eh okay“ dahin. 

Das mag in ein paar Jahren angesichts neuer Batterietechnologien schon ganz anders aussehen. Aber was ist mit Hier und Jetzt? Mögliche Antwort: Polestar 2, oder um es ganz konkret zu machen, Polestar 2 Long Range Single Motor. Eine knackige Sportlimousine, die mit Mainstream so gar nichts am Hut hat. Die sich dem Spaß an der Freude verschrieben hat, in Sachen Premium aber voll auf ernst macht. 

Das alles hatte für den Polestar 2 mit dem Tag seiner Markeinführung Gültigkeit, mit der aktuellen neuen Version setzten die in chinesischer Hand befindlichen Schweden dahinter ein dickes Rufzeichen. Beim Antrieb blieb de facto kein Stein auf dem Anderen. Heck- statt Vorderradantrieb, mehr Leistung, mehr Reichweite, mehr maximale Ladeleistung. Mehr von allem quasi, was besonders die getestete Long Range- Version mit einem E-Motor beeindruckend unter Beweis stellt.

Die Theorie: 299 PS, 490 Newtonmeter maximales Drehmoment, 82 kWh großer Akku, bis zu 205 kW Ladeleistung, Reichweite lt. WLTP 655 Kilometer. Die Praxis: Beeindruckenden Spurtqualitäten, geniale Fahrleistungen, kurze Stehzeiten und eine jedem Alltag standhaltende Reichweite. Letztere pendelte sich in unserem Test bei 550 Kilometern ein, was angesichts von Minusgraden und regelmäßigen Besuchen auf der Autobahn schwer beeindruckt. 

So wie die Fahrdynamik. Heckantrieb, straffes Fahrwerk und souveräne Bremsen lassen den 2er Kreise um den Großteil seiner Konkurrenten fahren. Da passt das eng anliegende Interieur ganz vorzüglich. Der Weitläufigkeit manch anderer hat der Polestar abgeschworen. Der breite Mitteltunnel schafft eine innige Beziehung zwischen Mensch und Maschine, die vielleicht nicht jedem gefällt, in Anbetracht der fahrdynamischen Auslegung des Schweden aber perfekt passt.

Großartige Platzverhältnisse kann und wird hier niemand erwarten. Immerhin öffnet sich mit der Heckklappe auch das dazu gehörige Fenster, was manch Ladeaufgabe erleichtert. Eine Eigenschaft mit derer auch die Bedienung zu überzeugen vermag.

Das Android Betriebssystem kennt ja quasi jedes Kind, zudem ist der Screen im Hochkantformat logisch aufgebaut. Freunde analoger Features bleibt nur noch der Lautstärkenregler. Der ist dafür aber eh unverzichtbar.

Dass ist auch ein halbwegs solider Kontostand bei Interesse an einem Polestar 2. Als Longe Range Single Motor startet er bei 53.490,00 EUR. Die Ausstattung ist dem durchaus angemessen, für die zwei Pakete „Plus“ und „Pilot“ gibt es aber eine unbedingte Kaufempfehlung. Harman-Kardon Soundsystem, Matrix-LED, Wärmepumpe, Panorama-Glasdach und so einige mehr gehören für eine innige Umarmung einfach dazu.


Echt lässig:
Reich an Weite und arm an Verzicht. 

Echt stressig:
Könnte gelegentlich der kleine Kofferraum sein.

Echt fett:
Das Gefühl einen kleinen kompakten Racer zu lenken.   

Echt jetzt:
299 PS in einer Basisversion.


Daten Polestar 2 Long Range Single Motor 

Motor: 82,0 kWh Lithium-Ionen-Batterie (Brutto)
Leistung: 299 PS
Max. Drehmoment: 490 Nm
Reichweite: ca. 530 km
Vmax: 205 km/h
0 auf 100 km/h: 6,2 Sek
Preis ab 53.490,00 EUR 

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