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Alfa Romeo Stelvio: Schau mir in die Augen

  • 2. Oktober 2023
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Ein Facelift im Wortsinn für ein eh schon hinreißend schönes Auto könnte auch in die Hose gehen. Tut es beim Alfa Romeo Stelvio aber nicht.

So ist er eben der Markt, jedes Modell unterliegt dem ungeschriebenen Gesetz, sich nach ein paar Jahren via Facelift wieder ins Rampenlicht zu drängen. Dagegen gibt es per se auch gar nichts einzuwenden, uns würden in der Sekunde einige Modelle einfallen, wo lieber früher als später Hand angelegt werden sollte. Der Stelvio zählt definitiv nicht dazu. Vor kurzem erst fuhren wir den jetzigen Vorgänger und waren komplett begeistert.

„Jetzt bloß keine Verschlimmbesserung“ war unser Gedanke. Zugegeben ein naiver solcher, als ob ein Alfa jemals nicht ein optischer Genuss gewesen wäre. Beim Stelvio spielen sich die Neuerungen im Wesentlichen an der Front ab. Ja, es gibt im Interieur jetzt digitale Anzeigen und die sind eh super, aber das ist letztlich technische Draufgabe. Der neue Look im Tonale-Stil mit der einprägsamen LED- Lichtsignatur und einer neuen Interpretation der drei Lufteinlässe macht mächtig Eindruck und gefällt auf Anhieb.

Zudem geht das Ganze auch in die Tiefe, der Stelvio verfügt ab sofort serienmäßig über Matrix-Technik. Das war es dann letztlich auch, manch in der Preisklasse übliche Optionen wir klimatisierte Sitze oder ein Head-up Display bleiben dem Alfa aber weiter verwehrt. Generell ist der Bereich Infotainment nicht seine Sternstunde, mit 8,8 Zoll ist der Touchscreen eher klein geraten, zudem braucht es bei seiner Bedienung etwas Zeit zur Gewöhnung. Dreh-und Drück Regler, ein eigener Lautstärkenregler und eine Klimasteuerung via analoger Tasten sind dabei aber echte Benefits.

„Nice to have“ könnte man sagen, denn für wen bei einem Alfa die Größe des Touchscreens ein Kaufkriterium ist, hat da eh was falsch verstanden. Hier geht es um Dynamik, um glaubhafte Inszenierung der visuellen Dramatik. Und da macht dem Stelvio keiner was vor. SUV hin oder her. Unser Testwagen war ein „Veloce“, was der zweitbesten Ausstattung entspricht. Schwarz glänzende Details, Unterfahrschutz und optionale 21 Zöller samt rote Bremssättel setzen weitere optische Akzente und geben vor, wohin die Reise geht. In das Reich der Fahrfreude.

Der Stelvio liefert eine geniale Perfomance, zeigt sich ungemein agil und sicher. Nie übertrieben hart, ist das Fahrwerk doch eindeutig auf der knackigen Seite. Die direkte Lenkung, Top-Bremsen, Allrad und mechanisches Sperrdifferential lassen das SUV im Stelvio final vergessen. Zumindest wenn unter der Haube der 280 PS starke 2.0 Liter Turbobenziner arbeitet. Ein Antrieb vom Feinsten, dem seine 400 Newtonmeter und die souveräne 8-Gang-Automatik extrem gut zu Gesicht stehen.

Eh klar kann der Verbrauch hier angesichts von Masse mal Beschleunigung kein Renommee sein. Wer zwingend noch rationale Gründe für den Alfa Romeo Stelvio braucht, bitte schön: Feine Verarbeitung, viel Platz, geräumiger und variabler Kofferraum, unauffällige Assistenzsysteme, vier Jahre Garantie. Als 2.0 16V 280 Q4 TI Veloce startet der Stelvio bei 76.800,00 EUR.


Echt lässig:
Das Gesamtpaket aus Dynamik und SUV.

Echt stressig:
Eine kleine Rückfahrkamera ist wie keine Rückfahrkamera.

Echt fett:
Sein Coolnessfaktor.

Echt jetzt:
Dass andere Hersteller für so ein Design extra ein SUV-Coupé bemühen müssen.


Daten Alfa Romeo Stelvio 2.0 16V 280 AT8 Q4

Motor: 4-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 280 PS
Max. Drehmoment: 400 Nm / 2250 U.
Testverbrauch: 9,4 Liter
Vmax: 230 km/h
0 auf 100 km/h: 5,7 Sek
Preis ab EUR 76.800,00

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