Dem neuen Twingo würde man angesichts seines knuffigen Designs und Retro-Charmes jeden Fehler verzeihen. Er hat aber eh keine.
Ach ja, der Renault Twingo. Ein Auto, bei dem man ins Schwelgen kommt, bei dem man ganz andere Maßstäbe gelten lässt, dem man nicht böse sein kann und gern auch die Vorfahrt oder den Parkplatz überlässt. 1993 wurde der Kleinwagen von Renault präsentiert und das in Metall gepresste Kindchenschema schlug ein wie eine Bombe. Originalität gepaart mit hohem Nutzwert und attraktivem Preis konnte man nur schwerlich widerstehen.
Stärken, welche die mittlerweile vierte Generation ansatzlos übernimmt. Eh klar mit ein paar Zugeständnissen an den modernen Menschen anno 2026 und eingerahmt von modernster Technik, aber in seinem Wesen und seinem Zugang zur Mobilität ist der Neue ganz der Alte. Ein größeres Geschenk konnte Renault den alten und neuen Fans gar nicht machen. Überraschung ist es aber auch keine, schon beim 5er haben die Franzosen bewiesen, wie virtuos sie auf der Retro-Geige zu spielen vermögen.
Der Twingo toppt das nochmal, abgesehen vom deutlichen Wachstum und den zwei zusätzlichen Türen wurde das Original optisch 1:1 umgesetzt. Scheinwerfer im Stile eines Halbkreises, eine dezent kugelige Silhouette und das steil abfallende Heck holen die Vergangenheit auf charmante Art und Weise in die Gegenwart. Auch im Interieur hat man sich der alten Tugenden besonnen, begeistert der Twingo mit einer genialen Variabilität. Einzeln verschiebbare Rücksitze und die umlegbare Lehne des Beifahrersitzes ermöglichen ungeahnte Möglichkeiten.
Da vergisst man beinahe den Kleinwagen im Renault, der Antrieb rückt den Twingo aber eh gleich wieder ins rechte Licht. Elektrische Zwerge sind ja die hohe Kunst des Automobilbaues. Große Akkus in große SUV´s ums große Geld kann jeder. Das alles in klein nur wenige, Renault verfolgt dabei einen relativ kompromisslosen Ansatz. Der Akku des Twingo ist 27,5 kWh klein, offeriert damit eine WLTP-Reichweite von 262 Kilometern. Auch ist die Leistung mit 80 PS und maximal 175 Newtonmetern knapp bemessen, detto die maximale Ladeleistung von 50 kW.
In echt aber schließt sich da nur ein Kreis. Bei gerade einmal 1.200 Kilo Leergewicht ist die Leistung für Ampelsprints und lässiges Gewusel durch den Stadtverkehr mehr als ausreichend. Via One-Pedal-Driving rekuperiert und agiert man stets nahe am WLTP-Verbrauch, da können andere noch ganz viel über Effizienz lernen. Und weitaus relevanter als die maximale Ladeleistung ist bei einem Kurzstreckenkaiser die Info, dass via 11 kW der Akku in rund 150 Minuten voll ist. Langstrecke? Möglich, aber eh klar nicht die erste Wahl.
Wobei das Google-Infotainmentsystem alle Stückerl in Sachen Ladeplanung spielen würde. Ganz generell ist das Interieur komplett auf modern-art gemacht, da wo nicht (Tasten und Drehregler), ist das sehr zu begrüßen. Die Verspieltheit fehlt vielleicht ein wenig, etwas Farbe am Armaturenträger muss hier reichen. Passt so, es gibt ja eh noch die gute Verarbeitung zum Freuen, auch die Materialien sind angesichts des Preises voll in Ordnung. Apropos: Der Renault Twingo startet bei 19.990,00 EUR, als „Techno“ legt er bei 21.590,00 EUR los. Wäre angesichts von Klimaautomatik, Keyless und Navi samt OpenR Infotainment auch unsere erste Wahl.
Echt lässig:
Wenn der Name eigentlich eh schon alles sagt.
Echt stressig:
Der Twingo ist ein Stresskiller.
Echt fett:
Was man in ihm alles verstauen kann.
Echt schade:
Wäre es keine fröhliche Farbe zu bestellen.
Daten Renault Twingo E-Tech Electric „Techno“
Motor: 27,5 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 80 PS
Dauerleistung: 48 PS
Max. Drehmoment: 175 Nm
Reichweite: ca. 220 km
Vmax: 130 km/h
0 auf 100 km/h: 12,1 Sek
Preis Basismodell ab 19.990,00 EUR
Preis Testmodell ab 21.590,00 EUR











