Kostet so wenig wie ein Kleinwagen, hat aber die Größe eines Kompakten und ist darüber hinaus ein feines Elektroauto. So unser Fazit zum neuen MG4 EV Urban.
Es gibt natürlich noch weitaus mehr zum Erzählen über den MG4 EV Urban. So ein Fazit gleich zu Beginn nimmt aber ein wenig den Druck aus der Sache, freilich nicht die Spannung. Ein neues Modell aus China ist ja immer noch wie eine Wundertüte, selbst wenn es von einer mehr oder weniger schon etablierten Marke wie MG kommt. Zumal sich die Marke selber für Ausreißer und Überraschungen nicht zu schade ist, wir sagen nur Cyberster.
Zitate des Roadsters findet man bei genauem Blick in den Heckleuchten, das soll es dann aber auch schon gewesen sein. Für was auch, der MG4 ist ein zutiefst rational besetztes Modell in einem für E-Autos schwierigen Segment. Den gordischen Knoten aus kompakten Abmessungen, sensibler Preisgestaltung und maximaler Reichweite hat noch keiner so wirklich gelöst. Der MG4 ist zumindest knapp dran, wir sagen nur Ab-Preis 19.990,00 EUR.
Dazu braucht es zwar ein paar angebotene Boni und man fährt dann auch nicht das von uns getestete Top-Modell, aber der Preis weckt mindestens die Neugier. Zudem sind die am anderen Ende der Liste stehenden 31.490,00 EUR mit Blick auf den Gegenwert auch attraktiv. Die Ausstattung ist sehr umfangreich, Wärmepumpe, 360° Kamera, Voll-LED Scheinwerfer, Sitz- und Lenkradheizung, 17“ Felgen und Live-Dienste wie Spotify oder YouTube haben wir für uns als Leuchttürme definiert.
Die bessere Ausstattung ist an den besseren vulgo größeren Akku gekoppelt. Die Unterschiede sind dabei gar nicht so groß. 43 kW stehen deren 54 gegenüber, zwischen 149 und 160 PS ist auch nicht viel Unterschied. Bei der Reichweite nimmt der größere Akku mit bis zu 405 Kilometer seinem kleinen Bruder dann doch 80 Kilometer ab, mit 87 kW lädt er auch um 5 kW schneller. Trotzdem, sollte das Budget knapp sein, erinnern wir gern nochmal an den oben erwähnten Ab-Preis.
Nebst den 160 PS leistet unser Top-MG4 noch 250 Newtonmeter, der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in elektrotypisch geräuschloser Gelassenheit in 9,5 Sekunden erledigt. Ganz generell ist dem MG jedwede Hektik fremd, das unten abgeflachte Lenkrad ist in dem Kontext eher ein Missverständnis. Das Fahrwerk ist auf der komfortablen Seite, Kurven werden stoisch und unter gnädiger Aufsicht aller aktuell gängigen Assistenzsysteme durcheilt. Passt so und hält den Verbrauch niedrig.
Hoch sind dafür die Bewegungsfreiheit und die Bedienfreude. In der ersten Reihe rechnet man ja noch mit viel Platz, aber eine derartige Kniefreiheit in Reihe Zwei ist sensationell. Getoppt wird das noch vom Kofferraum und seinen gigantischen 568 Litern Fassungsvermögen. Als quasi Draufgabe glänzt der MG4 V Urban noch mit einer feinen Verarbeitung, selbst für Details wie Ziernähte gab es noch Budget.
Gegen den durch die eigenen Landsleute initiierten Trend setzt der MG bei der Bedienung auch auf analoge Tools. Drehregler und Kippschalter für Klima und Lautstärke sind ein Segen, der via Widgets gut strukturierte 21“ Touchscreen ist aber auch nicht schlecht. Damit wir aber nicht nur lobhudeln – der DAB+ Empfang schwächelt etwas.
Echt lässig:
Kleiner Preis, große Möglichkeiten.
Echt stressig:
Senderausfall während des Lieblingsliedes.
Echt fett:
Wärmepumpe serienmäßig.
Echt schade:
Das Schnellladen mit maximal 87 kW nicht wirklich schnell ist.
Daten MG 4 EV Urban Long Range „Luxury“
Motor: 54,0 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 160 PS
Max. Drehmoment: 290 Nm
Reichweite: ca. 350 km
Vmax: 160 km/h
0 auf 100 km/h: 9,5 Sek
Preis Basismodell ab 19.990,00 EUR (inklusive Boni)
Preis Testmodell ab 30.490,00 EUR








