Kann ein mit jeder Faser nach Dynamik schreiender Cupra Formentor „Tribe“ auch mit Basisbenziner seinem Anspruch gerecht werden?
Ja, kann er. Passt, hätten wir alles besprochen. Nein, natürlich nicht. Der Cupra Formentor hat so viel mehr zu erzählen, als quasi inoffizieller Vater des Erfolges bei Cupra ist es auch eine Selbstverständlichkeit ihm jene Bühne zu geben, die er verdient. Erklärungsbedarf herrscht vielleicht trotzdem, die Geschwindigkeit mit der Cupra neue Modelle präsentiert und Marktanteile okkupiert lässt einen schon mal den Überblick verlieren.
Wobei es genug ist zu wissen, dass Cupra vor dem Formentor als Seat-Ableger wahrgenommen wurde. Und danach Seat als Cupra-Ableger. Nein, so arg war es nicht, aber das Rampenlicht fokussierte sich zu einem großen Teil auf die jungen Wilden. Der Formentor hat diese Welle losgetreten, sechs Jahre und ein Facelift später, reitet er noch immer auf der Selbigen. Sein markantes Design und sein vor Kraft strotzender Look begeistern Jung und Alt seit jeher, die im Zuge des Facelifts dramatisierte Front und das neu designte Heck haben das eher noch verstärkt.
Und als wäre das nicht genug, bringen sie jetzt noch ein „Tribe“-Sondermodell. Speziell für den Tribe entworfen und unsere persönliche Farbe des Jahres zieht das „Mangan Grün Matt“ alle Augen auf sich. Bei „Grün“ als Wagenfarbe hört sich der Spaß ja sonst auch schon mal auf, aber beim Formentor kann man davon gar nicht genug bekommen. Deshalb auch danke für die Akzente in Sulfur Grün, die den klassischen kupferfarbenen Details glatt die Show stehlen. Die exklusiven 19“ Felgen sind dann noch der finale Bringer.
Traditionell traut sich Cupra auch, den sportlichen Schwung des Exterieurs in das Interieur mitzunehmen. Andere sind da eher feig, die Spanier aber ziehen die Nummer durch. Sportschalensitze, Supersport-Multifunktionslenkrad (das heißt echt so), Pedale in Dark Alu-Optik und Progressivlenkung sind im Tribe serienmäßig, aber auch Komfortfeatures wie Keyless oder elektrische Heckklappe sind würdig vertreten. Angerichtet ist all das sehr geschmackvoll, die 3D-Polsterung sieht verdammt cool aus, die 100%ige Herkunft aus recyceltem Material nimmt man gerne mit.
Für den Tribe stehen drei Motorisierungen zur Wahl. 2.0 TSI und e-Hybrid stehen mit 204 PS zur Verfügung, den Einstieg übernimmt der 1.5 e-TSI, seines Zeichens ein 150 PS starker mild-hybrider Turbobenziner und Antrieb unseres Testmodelles. Am Papier mag die Mischung aus wenig Leistung und viel Machismo nicht recht stimmig wirken. Aber Papier ist geduldig, wir wahrscheinlich eh auch, weil gefehlt hat uns längs- wie querdynamisch nichts. In 7,9 Sekunden fällt die 100 km/h Marke, via knackigem 7-Gang-DSG sind stets genug der maximal 250 Newtonmeter greifbar.
Eh klar könnte der Antritt brachialer und der Sound durchdringender sein. Mag sein, dass die Performance dem Design in Sachen Dynamik nachhinkt, aber irgendwas ist sowieso immer und für sich betrachtet liefert der Cupra auch mit dem e-TSI eine fahraktive und vor allem authentische Vorstellung. Und sich an einem Verbrauch diesseits der sieben Liter zu erfreuen darf man auch in einem Formentor laut aussprechen. So wie den Preis übrigens auch. 48.000,00 EUR sind voll okay, bitte nur ja nicht die 1.596,86 EUR für die „Mangan-Grün Matt“-Lackierung vergessen.
Echt lässig:
Grün als das neue Schwarz.
Echt stressig:
Die Bedienung nur noch teilweise, weil echte Tasten am Lenkrad.
Echt fett:
Wie alle schauen.
Echt schade:
Dass es ihn nicht als VZ5 gibt? Jein.
Daten Cupra Formentor Tribe 1.5 e-TSI DSG
Motor: 4-Zylinder Turbobenziner/Mild-Hybrid
Systemleistung: 150 PS
Max. Drehmoment: 250 Nm/1.500 U.
Testverbrauch: 6,4 Liter
Vmax: 210 km/h
0 auf 100 km/h: 7,9 Sek
Preis Testmodell ab EUR 48.000,00










