Der Hyperscreen wird zum Aquarium, Fische schwimmen durch das Interieur. So verspielt der GLC 400 EQ auch sein kann, als E-SUV bleibt er komplett ernst.
So ist sie, die schöne neue Welt. Selbst der wohl seriöseste Hersteller der Welt kommt nicht umhin, Gedanken, Energie und Geld in Bereiche zu investieren, die mit Autofahren an sich herzlich wenig zu tun haben. Das geht mittlerweile weit über der Stimmung zuträgliches Ambientelicht hinaus. Der GLC bietet diverse Landschaften als Hintergrund, bei den verschiedenen Modes wäre alternativ zum Aquarium noch das Lagerfeuer zu empfehlen.
Brauchen wir das? Jein. Sagen wir so, als Elektroauto hat der GLC EQ ja auch seine Standzeiten. Dank 800-Volt Technik, 330 kW maximaler Ladeleistung und fescher Ladekurve zwar nur kurz, aber doch. In der Zeit kann man sich mit der redefreudigen KI über Gott und die Welt unterhalten, Videos schauen oder sich eben auf die Suche nach dem digitalen Nemo machen. Schade wäre dabei nur, dem Interieur an sich zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Weil eh klar spielt es in Sachen Materialien und Verarbeitung alle Stückerl.
Womit wir die Kurve zu den wirklich wichtigen Dingen gekratzt haben. Der GLC EQ ist für Mercedes ein großer Schritt. Er ist die nächste Generation in Sachen E-Mobilität, bereitet damit quasi auch schon die in den Startlöchern scherende neue elektrische C-Klasse vor. Zwei Top-Seller also, da verbieten sich halbe Sachen. Gibt es auch nicht, wie die schon erwähnte 800-Volt Technik beweist. Der 400er als Top-Modell brilliert darüber hinaus mit einer Maximalleistung von 489 PS und 800 Newtonmeter, via 94 kWh große Akku sollen 654 WLTP Kilometer möglich sein.
Das kann sich in der Form natürlich nicht ausgehen, zumal der GLC EQ mit knapp über 2,5 Tonnen Lebendgewicht ja doch ein Bröckerl ist. Wir erwähnen das extra, weil ansehen tut man ihm das nur zum Teil, zu spüren ist zumindest fahrdynamisch im Rahmen seiner Möglichkeiten fast nichts. Als „AMG-Line“ und mit optionalem Luftwahrwerk schafft das SUV eine beeindruckende Performance irgendwo zwischen Komfortriese und Kurvenbiest. Dabei bleibt er stets souverän und gelassen, bis dann doch irgendwann die Regelsysteme zart eingreifen.
Was die nackten Zahlen versprechen, wird von den Fahrleistungen gehalten. In 4,3 Sekunden beschleunigt der Benz von 0 auf 100 km/h, wie so oft ist der fast schon brachiale, aber nie unangenehme Durchzug der wahre Quell der Freude. Via stärkster Einstellung der Rekuperation schafft der GLC EQ dann noch das Kunststück, auch ohne klassisches Bremsen Freude am Fahren zu vermitteln. Darum lieber mit 500 Kilometern Reichweite planen, was ja eh auch super ist, zumal daran auch die eine oder andere Autobahnetappe nichts ändert.
Sollte hier jetzt der Eindruck entstehen, der Mercedes sei so ein Rundumwohlfühl-Paket und in jeder Disziplin stark und in keiner schwach – ja, das ist so. Weil Platz hat er auch in Hülle und Fülle, der Kofferraum ist groß und variabel, der Innenraum fast schon üppig. Da ist der opulente Auftritt via 942 LED´s an der Front, 20“ Felgen und Heckschürze mit Diffusor-Optik nur würdig und recht. Nicht alles davon ist, sie ahnen es, serienmäßig, allein die AMG-Line kommt auf 3.312,00 EUR, was bei einem Ab-Preis von 72.450,00 EUR aber eh stimmig wirkt.
Echt lässig
Das er vor lauter Kraft dank Allrad auch laufen kann.
Echt stressig:
Der Preis? Als 250er startet der GLC EQ schon bei 63.810,00 EUR.
Echt fett:
Die Platzverhältnisse (ohne das er deswegen fett aussieht).
Echt schade:
Dass (zu) viele Schnelllader mit 150 kW begrenzt sind.
Daten Mercedes GLC 400 EQ 4Matic AMG-Line
Motor: 94,0 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 489 PS
Dauerleistung: 360 PS
Max. Drehmoment: 800 Nm
Reichweite: ca. 520 km
Vmax: 210 km/h
0 auf 100 km/h: 4,3 Sek
Preis Basismodell ab 63.810,00 EUR
Preis Testmodell ab 72.450,00 EUR











