In einer immer kleiner werdenden digitalen Welt wirkt der neue Toyota Land Cruiser fast wie ein Fremdkörper. Dafür kann man gar nicht dankbar genug sein.
Wir hatten gerade zwei Wochen Testzeitraum mit dem Renault Twingo hinter uns, als wir in den Toyota Land Cruiser wechselten. Abgesehen vom Größenunterschied als
offensichtlichsten gravierenden Unterschied hatte der Umstieg etwas von einer Zeitreise. In 30 Jahren, wenn wir unseren Enkeln erzählen, dass Twingo und dieses Trumm von Geländewagen im selben Jahr als Neuwagen angeboten wurden, wird uns wohl Senilität attestiert werden.
Wie schon angedeutet ist das nicht despektierlich gegenüber dem Land Cruiser gemeint. Generell ist die Spezies der echten Geländewagen akut vom Aussterben bedroht, seine Konkurrenten sind locker an einer Hand abzählbar. Allein schon deshalb ist der neue Land Cruiser als Geschenk zu betrachten, und dass ihn Toyota nicht als Marketing-Gag elektrifiziert hat wie manch andere (Mercedes darf sich angesprochen fühlen) ist die Schleife darum herum.
Im Land Cruiser wird noch nach guter alter Schule turbogedieselt. Ein Vierzylinder mit beachtlichen 2,8 Litern Hubraum werkt akustisch stets vernehmbar unter der Motorhaube, die mild-hybride Unterstützung darf als Zugeständnis an die Moderne verstanden werden. In Summe stehen 205 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, wohl dosiert von einer formidablen 8-Gang-Automatik. In 12,3 Sekunden sind 100 km/h erreicht, Sprintrennen sind sein Sache damit nicht. Unterm Strich passen aber die Fahrleistungen. Und der Erlebnisfaktor ist unvergleichlich.
Wenn der Diesel seine Stimme erhebt und sich die 2,5 Tonnen schwere Fuhre in Bewegung setzt ist das so oldschool wie lässig. Zumeist wird er das auf normalen Straßen tun. Zu seinem eigenen Leidwesen muss man fast sagen, weil eh klar ist der Land Cruiser im Gelände zu Hause. Entkoppelbare Stabilisatoren, Untersetzung und Mitteldifferenzial-und Heckdifferenzialsperre lachen über Feld- oder Waldwege, das
Multi-Terrain Select-System passt darüber hinaus den Antrieb für jeden erdenklichen Untergrund an. Der wahre Clou daran: Via „Crawl Control“ macht der Toyota quasi alles selber, die aktive Teilnahme des Fahrers beschränkt sich auf das Lenken.
Ganz nebenbei kann er sich noch am Display des 12,3“ Touchscreens ansehen, was die Technik alles veranstaltet und welches Gelände er bezwingt. Der Screen kann aber auch ganz normale Sachen, Navi-Daten anzeigen, Soundsystem einstellen und so Sachen halt. Das Leben ist auch in einem Land Cruiser keine Safari, von dem her ist der Toyota auch dafür bestens gerüstet. Mit den neuen digitalen Features und
Assistenten, in der „Lounge“-Ausstattung mit klimatisierten Ledersitzen oder Drei-Zonen Klima ist er auch im Komfortbereich bestens aufgestellt.
Und natürlich gesegnet mit grandiosen Platzverhältnissen. Optional ist der Land Cruiser auch als 7-Sitzer zu haben, entsprechend großzügig sind die Freiheiten beim 5-Sitzer. Wir sagen nur 954 Liter Kofferraumvolumen, geadelt von einer feinen Variabilität. Man hat demnach nicht nur das Gefühl in einem quasi unverwüstlichen Auto zu sitzen, es scheint auch für alle Eventualitäten des Alltages gerüstet zu sein. Macht den Basispreis von EUR 126.390,00 gleich leichter verdaulich und wenn das nicht reicht, gibt es da auch noch die bis zu 10 Jahre gültige Toyota Relax Garantie.
Echt lässig:
Die Erhabenheit hinter dem Steuer
Echt stressig:
Parklücken.
Echt fett:
Bis zu 10 Jahre Toyota Relax Garantie.
Echt schade:
Dass es nur noch so wenige vergleichbare Modelle gibt.
Daten: Toyota Land Cruiser Lounge 2.8l AT Mild-Hybrid
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel/Mild-Hybrid
Leistung: 205 PS
Max. Drehmoment: 500 Nm/
Testverbrauch: ca. 10,8 Liter/100 Km
Vmax: 170 km/h
0 auf 100 km/H: 12,3 Sekunden
Preis Testmodell ab EUR 126.390,00








