Ins Land einischaun

Das Jahr 2018 ist mitunter das Jahr der Pick-ups. Nissan Austria leistet mit der Austria Limited Edition seines Navara einen sehr reizvollen Beitrag.

Die Verkaufszahlen des Segments mögen weiterhin im überschaubaren Bereich liegen, doch eine nie dagewesene Modellvielfalt wirbelt trotzdem einiges an Staub auf. „Schuld“ daran trägt zu einem Großteil der Navara, der seine Gene dem Renault Alaskan und der Mercedes X-Klasse (Bei uns im August 2018 zu Besuch) spendiert.
Um sich da jetzt quasi nicht selbst in den Schatten zu stellen, gibt es vom „Erstgeborenen“ ein Sondermodell mit dem wunderbar patriotischen Namen „Austria Limited Edition“. Sie basiert auf der „Acenta“-Ausstattung, wurde mit gern genommenen Goodies wie Anhängevorrichtung, Einparkhilfe hinten oder Alufelgen aufgewertet. Über all dem thronen aber die schwarzen Stripes auf der Motorhaube, am Heck und im unteren Bereich der Türen.
Ein Pick-up mit Ralleystreifen also, für manche eine Idee zum Niederknien, für andere ein Schenkelklopfer. Uns haben sie gefallen, und so ein unscheinbares, über fünf Meter langes und zwei Tonnen schweres Trumm von Auto, braucht ja auch ein paar optische Reize. Aber im ernst, Pick-up´s sind in unserem Straßenbild mittlerweile angekommen, und geklebte Stripes sind nicht nur fescher, sondern auch sympathischer als Peinlichkeiten á la Bullenfänger.
Die aufgeklebte Dynamik soll dabei aber keine falschen Hoffnungen wecken. Wobei, wer einen Pick-up kauft und dabei auf Dynamik hofft, kauft auch E-Mountainbikes und hofft auf Anerkennung beim Granitmarathon. Der Nissan Navara federt wie ein Pick-up nun eben federt, nimmt Kurven wie es Vertreter seiner Zunft eben tun. Dabei gefällt die grundsätzlich angeborene Gutmütigkeit des Hecktrieblers, Reserven bietet das ESP oder der per Drehschalter aktivierbare Allradantrieb. Bei Bedarf auch mit Untersetzung samt Differenzialsperre. 
Angetrieben wird der Austria-Navara vom 163 PS starken Common-Rail-Diesel, gekoppelt an einen 6-Gang-Handschalter. 403 Newtonmeter sorgen bei 1.500 Umdrehungen für ausreichend Schub, über Durchzug oder Schwächephasen bei Überholvorgängen muss man sich im Rahmen der Möglichkeiten keine Sorgen machen. Etwas Aufmerksamkeit verlangt das Getriebe, die Schaltwege sind eher nicht kurz, den Rückwärtsgang lässt man am Besten gleich vom Beifahrer einlegen. Dafür ein Hit – der Verbrauch lag im Schnitt bei 8,4 Litern.
Was spricht sonst noch für den Navara? Platzverhältnisse, eh klar. Große Ladefläche, auch klar. Anhängelast 3,5 Tonnen, Watttiefe 60 Zentimeter, ja gehört auch dazu. Spannend haben wir noch das Interieur wahrgenommen. Die Austria Edition verfügt unter anderem über ein Mediacenter, allerdings ohne Touchscreen. Uns graute ein wenig vor Handykopplung, Soundeinstellungen und ähnlichem. Doch, Überraschung, das Ganze ging kinderleicht und vor allem schneller als bei manch gigantomanischen sprachgesteuerten Touchscreen über die Bühne.
Echtes Totschlagargument ist aber das Preis-Leistungsverhältnis. Nissan Austria ruft für die Austria Limited Edition einen Kaufpreis von EUR 31.770,00 aus, was einem Preisvorteil von achtbaren EUR 8.000,00 entspricht. Neben erwähnten Goodies sind dabei diverse Assistenten, Sitzheizung und Klimaanalage mit an Bord. Fünf Jahre Garantie sowieso. 


Was er kann:
Das Gefühl vermitteln, in etwas Unzerstörbarem zu Sitzen.

Was er nicht kann:
Flüstern.

Ändern würden wir:
Bei einer Austria Limited Edition? Natürlich nichts.

Extralob gibt es:
Fürs Klebeprogramm.


Daten Nissan Navara Austria Limited Edition
Motor: 4-Zylinder Common-Rail-Diesel
Leistung: 163 PS
Max. Drehmoment: 403 Nm bei 1500 U/min
Testverbrauch: 8,4 Liter
Vmax: 170 km/h
Preis ab EUR 31.770,00