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Polestar 4: Blick nicht zurück

  • 14. April 2026
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Einst sportlicher Ableger von Volvo, ist Polestar unter den edlen E-Autos längstens eine fixe Größe. Ob zu Recht haben wir uns im Polestar 4 angesehen.

Reden wir vielleicht gleich zu Beginn über den Elefanten im Raum. Ja, der Polestar 4 hat keine Heckscheibe und nein, es wird damit nicht jede Rückwärtsfahrt zu einem adrenalingeladenen Abenteuer. Den Blick nach hinten übernimmt eine Kamera, die ihre Eindrücke im digitalen Innenspiegel darbietet. Das sieht weitaus natürlicher aus als es klingt, freilich wird sich jene Generation, wo die Parkpiepser noch analog (= Stoßstange) waren damit schwerer tun als Generation Smartphone.

Ob man sich zu dieser Lösung aus Kostengründen entschieden hat oder man einfach nur auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal war, wissen wir nicht. Für Letzteres wäre es jedenfalls nicht notwendig gewesen, einen Polestar 4 wird man auch so niemals nie mit einem anderen Modell verwechseln. Das SUV-Coupé ist ein echter Hingucker, es wirkt gedrungen, dynamisch und elegant zu gleich, mit einzigartiger LED-Lichtsignatur als leuchtendes Highlight. Da ist sogar die eher fade weiße „Snow“-Metallic machtlos. Ein Polestar 4 sieht immer gut aus. Punkt.

Passt dann aber eh der Charakter auch? Ja klar. Die Schweden verstehen sich seit jeher als Verfechter der Nachhaltigkeit, chinesische Besitzer hin oder her. Eifriger Einsatz recycelter PET-Flaschen, biobasiertes Micro Tech und tierschutzgerechtes Nappaleder sind nur einige der Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß spürbar zu reduzieren. In dem Kontext passt dann auch unser Testmodell ganz gut, seines Zeichens ein ressourcenschonender Long Range Single Motor.  

Zahlen dazu: 272 PS, 343 Newtonmeter, bis zu 620 Kilometer Reichweite. Kurzer Sidestep: Als „Dual Motor“ leistet der 4er 544 PS, zwischen den Modellen wäre genug Platz für eine dritte Variante. Doch zurück zu unserem Einstiegsmodell, dass sich redlich bemüht, so souverän zu fahren wie es aussieht. Das gelingt über weite Strecken auch locker, im ganz normalen Alltag eigentlich eh immer. Kräftig, aber nicht brachial beschleunigt der Polestar in 7,1, Sekunden von 0 auf 100 km/h. Etwas zäher wird es nur in Regionen, wo man eh nicht hin soll/darf/will.

Heißt im Umkehrschluss, dass die WLTP-Reichweite in relativ greifbare Nähe rückt, mehr als 500 Kilometer sind bei einsetzenden Frühlingsgefühlen jederzeit machbar. Geladen wir mit maximal 200 kW, was im Rahmen der 400-Volt-Technik quasi dem technisch machbaren entspricht. Beim Wechselstrom gibt es die Möglichkeit optional auf 22 kW aufzurüsten, mit ein Grund für das „Plus“-Paket. Weitere Gründe: 14,7 Zoll Head-up Display, Harman Kardon Premium Sound, Pixel-LED, 3-Zonen-Klima.

Damit wird das fein verarbeitete und auf das Wesentliche reduzierte Interieur erst so richtig stimmig. Auch hier hat man auf gewohntes, nämlich Tasten, verzichtet. Bis hin zum Handschuhfach will alles digital gesteuert werden, was dank einer intuitiven Menüstruktur zumindest rasch verinnerlicht wird. Weniger wäre hier mehr gewesen, funktioniert bei den Motoren ja auch. „Single Motor“ steht für weniger Gewicht und Heckantrieb, was bei knapp über zwei Tonnen Leichtfüßigkeit aufkommen lässt.

Die auch beim Zahlen nicht verloren gehen sollte. Der Polestar 4 ist ab 59.990,00 EUR zu haben, mehr Eigenständigkeit für weniger Geld gibt es sonst nirgends.


Echt lässig:
Der Mut zur Eigenständigkeit.

 

Echt stressig:
Dass fast alle diesem Mut hinterher schauen. 

 

Echt fett:
Lässige Platzverhältnisse.

 

Echt schade:
Der komplette Verzicht auf analoge Bedienlösungen. 


Daten Polestar 4 LR Single Motor 

Motor: 94 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 272 PS
Max. Drehmoment: 343 Nm
Reichweite: ca. 520 km
Vmax: 200 km/h
0 auf 100 km/h: 7,1 Sek   

Preis ab 59.990,00 EUR

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