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Wenn´s mal wieder schneller dauert

  • 17. Dezember 2013
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Dieselverpflanzungen in SUV´s und Beinfreiheit im Fond beschäftigte zuletzt die Ingenieure in Zuffenhausen.
Beim 911er Turbo wird zur allgemeinen Erleichterung schnell ersichtlich, dass bei Porsche der Kernkompetenz und der Tradition aber weiterhin die ungeteilte Aufmerksamkeit zu Teil wird. Bei den Äußerlichkeiten war beim Turbo behutsame Weiterentwicklung schon immer das Credo. So beschränkte man die Retuschen im Vergleich zum Vorgänger unter anderem auf eine neue Bugverkleidung mit großen Kühleröffnungen, stegförmige LED-Blinker, neue Bicolor-Felgen für die superbreiten 19-Zoll-Räder und deutlich vergrößerte Endrohre aus poliertem Edelstahl.

Volle Konzentration auf die inneren Werte.
Die nackten Zahlen: Zwei Turbolader, 500 PS, 650 Newtonmeter maximales Drehmoment (mittels Overboost kurzfristig 700 Nm) bei 1950 Umdrehungen, 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h, 11,6 Sekunden auf 200 km/h, Höchstgeschwindigkeit 312 km/h. Vor dem Start sollte man sich diese Werte verinnerlichen, um Geist und Körper wenigstens ansatzweise auf das bevorstehende Ereignis vorzubereiten.

Hat man in den perfekten Sportsitzen Platz genommen, kann das Abenteuer beginnen.
Wir wollen es gleich ganz genau wissen und starten im SportPlus Modus mit der Launchcontrol – dabei gibt man Vollgas und bremst mit dem linken Fuß. Hat sich der Motor bei 5000 Umdrehungen eingependelt, löst man die Bremse. Brachialer Schub setzt ein, man fühlt sich unweigerlich wie ein Astronaut nach dem lift up. In Erwartung der vermeintlich bevorstehenden Schwerelosigkeit krallen sich die Hände am Lenkrad fest. Und ehe die Lungen zum Luft holen ermahnen, ist schon die 200 km/h-Marke passiert. Vollbremsung. Gefühlte 4 g wirken auf den Körper, selten zuvor hatten wir so starkes Verlangen nach H-Gurten.

Auf der Suche nach dem Grenzbereich.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Otto Normalverbraucher wird diesen wohl nie entdecken. Das ist nicht weiter von Belang, denn mit dem Turbo lässt sich auch so auf unglaublich hohen Niveau kurvenräubern. Der 911er ist von Natur aus gutmütig, das Fahrwerk bietet mehr Komfort als erwartet und die Lenkung arbeitet präzise. Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb bringen die unbändige Kraft des 3,8 Liter Motors so perfekt auf die Straße, dass Kurven unter 90 Grad nicht als solche wahr genommen werden. Ein regelrechtes Netzwerk an Technikschmankerl trägt das Ihre dazu bei – Porsche Torque Vectoring, Porsche Active Suspension Management und Porsche-ESP führen ein angeregte Kommunikation um den Piloten zu fordern und gleichzeitig zu unterstützen. So verführt der Porsche seinen Lenker mit jedem abgespulten Kilometer mutiger und schneller zu werden. Dabei benimmt er sich so narrensicher, dass man sich am Ende des Tages als angehender Porsche-Cup Sieger wähnt.

Fazit
Im exklusiven Club der Supersportwagen ist der 911er Turbo weiterhin das ausgewogenste Mitglied. Er bietet atemberaubende Fahrleistungen und gefällt als mit Restkomfort ausgestattetes Kurvenmonster. Dank perfekter Balance und ausgefeilter Technik geht jede Art der Fortbewegung konkurrenzlos leicht von der Hand. Ist so ein Auto heute noch zeitgemäß? Sicher nicht. Sind wir trotzdem froh dass es Ihn gibt? Unbedingt ja. Immerhin gilt der Porsche mit dem von uns erfahrenen Durchschnittsverbrauch von 15 Litern beinahe schon als Eco-Supersportler.


Daten: Porsche 911 Turbo Coupé mit PDK
Motor: Sechszylinder-Boxer mit 3800 ccm, Biturbo
Leistung: 369 kW / 500 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 650 Nm zwischen 1950 und 5000 U/min
Verbrauch: Durchschnitt 15 Liter Super plus
Basispreis: 185.250,– Euro
Testwagenpreis: 198.219,25 Euro inkl. Metallic, 3-Speichen-Sportlenkrad m. Schaltpaddles, Adaptive Sportzsitzanlage mit Fahrermemory, Dynamisches Kurvenlicht, Einparkhilfe, Geschwindigkeitsregelanlage, Schiebedach elektrisch, Sitzheizung, SportChronoPaket + dynamische Motorlager, Telefonmodul, Audio-Schnittstelle,…

 

 

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