Mitten drin statt nur dabei

Im Segment der B-SUV´s gibt es gefühlt täglich einen neuen Mitbewerber. Es gilt sich hervorzutun, der Hyundai Kona tut dies über sein Design.

Und wie. Ehrlich, wir hatten noch selten ein Auto in der Preisliga mit so hohem Aufmerksamkeitsfaktor. Mancher wird jetzt vielleicht auf die Acid Yellow-Lackierung verweisen. Das mag schon stimmen, aber auch ein schwarzer Kona wäre kein Gesicht in der Menge. Merke, eine schreiende Farbe alleine macht noch keinen Hingucker. Da braucht es schon einen Cascadengrill, eine extrovertierte Scheinwerfereinheit mit ausgelagerten LED-Tagfahrlichtern und eine um die gesamte Karosserie herumgezogene Kunststoffverkleidung.

Derart gewandet schafft der Kona den Spagat zwischen quietschfröhlichem Spaßauto und seriösem Automobil, er wirkt auf uns gleichermaßen bullig wie dynamisch. An die Schublade „SUV“, in der auch der Kona zuhause ist, erinnert tatsächlich so gut wie nichts. Zumindest keines der negativen Klischees, die in diesem Segment immer noch mitschwingen. Dafür die Positiven, wie leicht erhöhte Sitzposition, gute Rundumsicht und großzügige
Platzverhältnisse.

Konsequenterweise bietet Hyundai für den Kona auch einen Allradantrieb an, allerdings zwangsverehelicht an den 177 PS starken Top-Benziner Für unseren aktuellen Test wählten wir den 120 PS starken 1,0 T-GDI 2WD, quasi den programmierten Verkaufsschlager. Uns ist auch kein Grund eingefallen, warum er das nicht werden sollte. Einzig, wer zum ersten Mal einen dreizylindrigen Turbo-Benziner fährt, könnte vom etwas knurrenden Sound irritiert sein.

Dank feiner Fahrleistungen und agilem Handling ist aber eh gleich alles wieder gut. 172 Newtonmeter stehen von 1500 bis 4000 Umdrehungen zur Verfügung, quasi immer und jederzeit statt nur untenrum. K(an)onakugel wird aus
dem Hyundai zwar keine, aktives Mitschwimmen mit gelegentlicher Rolle als Pace-Maker ist aber allemal drin. Zumal dem SUV auch ein durchaus knackig abgestimmtes Fahrwerk inne wohnt, wie wohl nicht auf ein wohl dosiertes Maß an Komfort vergessen wurde.

Nichts vergessen wurde auch im Interieur. Von der Lackierung übernommene Farbtupfer hellen das Ganze optisch auf, insgesamt überwiegt aber der hochseriöse Eindruck. Die Verarbeitung ist hervorragend, das beheizbare und mit Ziernähten versehene Lederlenkrad ein Hochgenuss, die Bedienung ein Selbstläufer. Dazu gesellt sich ein sehr hoher technischer Standard, einer der vielen Vorteile der Top-Ausstattung „Style“. Eine Aufzählung würde ins Uferlose führen, wir wollen Head-up Display, 8″-Zoll Navi, Rückfahrkamera und Querverkehrswarner symbolisch nennen.

Seien sie versichert, es gibt sehr viel mehr zum Entdecken. Preislich bleibt das nicht ganz ohne Folgen, an den EUR 27.990,00 für das Komplettangebot Hyundai Kona Style 1,0 T-GDI wird ein Großteil der Konkurrenz trotzdem zu knabbern haben. Und nicht nur daran, denn für Sommer 2018 ist ein vollelektrischer Kona angekündigt. Da gibt es weder gefühlt noch in echt Mitbewerber.


Was er kann:
Die Konkurrenz ins fade Eck stellen.

Was er nicht kann:
Sich dem Normverbrauch annähern. Sieben Liter sind aber auch okay.

Extralob gibt es:
Für die trotz kompletter Ausstattung lebensnahe Bedienung.

Ändern würden wir:
Systemcheck-Gepiepse bei jedem Startvorgang löschen.


Daten Hyundai Kona 1,0 T-GDI 2WD
Motor: 3-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 120 PS
Max. Drehmoment: 172 Nm bei 1500 U/min
Testverbrauch: 7,1 Liter
Vmax: 181 km/h
0 auf 100 km/h: 12,0 Sek
Preis ab EUR 27.540,00

 

 

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