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Rennsemmel light

  • 16. Juli 2018
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Wer vor zugespitzten Pocket Rockets zurückscheut, trotzdem einer flotten Kurve nicht abgeneigt ist, sollte sich den Ford Fiesta ST Line näher anschauen.

Die sportliche Ausstattungslinie hat sich bei Ford mittlerweile etabliert, wird von Kunden bei den Modellen Focus und Kuga sehr gern genommen. Nur logisch, dass auch der frisch aufgelegte und höchst erfolgreiche Fiesta in den Genuss der sportlichen Veredelung kommt. Logisch deswegen, weil es mit dem Fiesta ST ja einen gleichermaßen berühmten wie berüchtigten Kraftzwerg gibt.

Wir aber haben uns die ST Line in die Redaktionsgarage stellen lassen, als 3-türiges Coupé in schickem Rot mit Mörderfelgen. Weitere ins Auge stechende sportliche Details: Dezente Anbauteile quasi überall, feine Akzente an der Front, durchaus präsenter Heckspoiler. Erst einen Blick auf das Datenblatt später waren wir uns sicher, dass hier nicht der ST himself vor uns stand. „Ford Fiesta Coupé 1,0 EcoBoost 140 PS ST Line“. Passt.

Das Interieur hätte uns bei der Differenzierung zwischen den Brüdern im Geiste auch nicht allzusehr geholfen. Perfekt anliegenden Sportsitze, Alupedalerie, ST-Insignien und ein griffgeiles Sportlederlenkrad zeugen von einer Ernsthaftigkeit, die wir einer reinen Ausstattungslinie so gar nicht zugetraut hätten. Der Rest ist prinzipiell Fiesta at it´s best, mit feiner Verarbeitung, großem Touchscreen und rasch durchschauter Bedienung.

Die doch sehr offensive Körpersprache des ST Line führte im Alltag zu relativ häufigen Aufforderungen zum Duell. Es ist interessant, wie sehr sportlich angehauchte Autos bei Anderen animalische Urinstinkte ansprechen. Vielleicht liegt es auch an der ähnlichen Bezeichnung, Stichwort S-Line. Naja, vernünftig wie wir sind, haben wir derart Kleingeistiges verweigert. Meistens. In kurvigem Geläuf weniger, weil hier fährt der Fiesta ST Line mit seiner präzisen Lenkung und dem sportlich abgestimmten Fahrwerk Kreise um weitaus stärkere Kontrahenten.

Auf dieser Spielwiese reichen die 140 Pferde des 3-Zylinder Turbo-Benziners auch völlig aus. Soll jetzt nicht heißen, dass es auf anderem Terrain an Kraft mangeln würde. Ganz generell hat der preisgekrönte Antrieb den Fiesta immer und überall souverän im Griff. Dabei erhöhen die 180 Newtonmeter am maximalem Drehmoment jetzt vielleicht nicht den Speichelfluss, aber dank präzisem und knackigen 6-Gang-Handschalter ist steter Kraftfluss und ordentlicher Durchzug garantiert. Den optimalen Wirkungsgrad erreichen Auto+Antrieb aber Überland.

Es hat sich schon nach wenigen Testtagen herauskristallisiert, dass unser Proband quasi die goldene Mitte im Fiesta-Programm repräsentiert. Er brilliert neben den sportlichen Details mit einer feinen Ausstattung, bietet als 3-Türer den Schuss Unvernunft der uns im Leben oft fehlt, ist darüber hinaus aber ein braver und unkomplizierter Begleiter. Für Familien oder Elternteil+Kind ist er definitiv der Falsche, alle anderen dürfen sich aber angesprochen fühlen.

Mit Blick auf den „echten“ ST ist vieles ja auch eine Preisfrage. 200 PS in einem Kleinwagen muss man sich leistungsmäßig als auch finanziell erst einmal trauen. Andererseits will man auch in einem klassischen City-Slicker nach dem Ortsschild nicht mangels Kraftreserven hinter Traktoren verhungern. Und genau hier liegt die Bestimmung für den Fiest EcoBoost 140 PS ST Line.


Was er kann:
Den Fahrspaß in den Vordergrund stellen.

Was er nicht kann:
Bauartbedingtes.

Ändern würden wir:
Auf keinen Fall die Farbe.

Extralob gibt es:
Für den kernig-sportlichen Turbo-Benziner.


Daten Ford Fiesta 1,0l EcoBoost Coupe 140 ST Line
Motor: 3-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 140 PS
Max. Drehmoment: 180 Nm bei 1500 U/min
Testverbrauch: 6,1 Liter
Vmax: 202 km/h
0 auf 100 km/h: 9,1 Sek
Preis ab EUR 19.650,00

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