A ehrliche Haut.

Der erste Eindruck zählt. Im Falle des Subaru Forester sollte man diese Aussage besser überdenken. Hier zählen – auch wenn es abgedroschen klingt – die inneren Werte.

Da steht er nun, unser neuer Testwagen. Seines Zeichens ein Subaru Forester 2.0i Comfort in Sepia Bronze Metallic gehalten.

„Irgendwie ziemlich oldschool, das Teil…“

… geht mir spontan durch den Kopf. Tatsächlich spiegelt der Forester optisch in gewisser Weise die glorreichen Spätneunziger wider. Barocke Schwellungen, ein chromgefasster Kühlergrill, das alles kombiniert mit relativ kleindimensionierten Rädern – noch dazu in diesem Beigeton. Ich betrachte den Schlüssel in meiner Hand – einen echten, richtigen Schlüssel – so einen mit fixem Bart dran und kleinen Futzi-Tasten. Also nix Keyless… Klickend entriegelt der Forester.

Auch innen kommen Erinnerungen an alte Zeiten auf. Die Kunststoffe, das Design, die Stoffe, der Geruch. Wer jetzt nicht weitermacht, sich dem Forester nicht näher widmet, der wird wohl keinen Zugang finden – außer er ist absoluter Fan. Wir haben weitergemacht – weil: Der erste Eindruck ist meistens nicht der, der zählt. Zumindest nicht im Falle dieses Autos. Also schauen wir näher hin.

Schlüssel ins Schloss und umgedreht – Knopf drücken sollen die anderen.

Der Motor springt sofort an, fällt in einen leisen vibrationsfreien Leerlauf. Unter der Haube werkt der bekannte 150 PS starke Benzin-Boxermotor. Die Japaner sind mittlerweile neben Porsche und BMW (Motorrad) die Einzigen, die an dieser Bauweise festhalten. Es könnte aber auch ein konventioneller Reihenvierzylinder da vorne arbeiten – der geliebte Boxersound ist leider verblichen. Dem angestrebten, wahrscheinlich etwas angejahrten Klientel wird das aber auch ziemlich wurscht sein. Die lieben es leise und unauffällig.

Das STARLINK Infotainment-System ist nun hochgefahren – dies geschieht mit einem Startbildschirm-Sujet welches verdächtig an die unendlichen Weiten des Weltalls erinnert. Fehlt nur mehr die Sounduntermalung von Star Trek. Aber die hat sich Subaru dann doch verkniffen. Die beiden Bildschirme auf der Mittelkonsole sprechen jetzt eine andere Sprache – nämlich eine moderne. Der obere schmale blendet relevante Fahrdaten und die Aufnahme der Frontkamera beim Einparken ein. Am großen unterem Screen lässt sich das Smartphone kinderleicht koppeln und per App spiegeln, die Audioanlage ansteuern, sowie das Bild der Heckkamera einblenden.

Unter der konservativen Hülle spielt es jede Menge moderne Hightech.

Stichwort Kamera. Derer hat der Forester einige zu bieten.

Zu den beiden vorne und hinten gesellen sich noch eine Linse im rechten Außenspiegel und eine Stereo-Kamera hinter der Windschutzscheibe. Diese gehört zum sogenannten EyeSight-System, welches bereits in allen Subaru-Modellen optional zum Einsatz kommt. Zum Funktionsumfang von EyeSight gehören ein vorausschauender Brems-Assistent, eine adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, ein Spurleitassistent, ein Spurhalteassistent, ein Anfahr-Kollisionsschutz  sowie ein so genannter „Lead Vehicle Start Alert“, der den Fahrer an einer Ampel oder im Stau benachrichtigt, wenn das vor ihm haltende Fahrzeug anfährt. Alles zusammen ergibt einen fein arbeitenden teilautonomen Assistenten für den gesamten Alltag. Sie sehen – es sind die inneren Werte, die zählen. Vor allem, wenn alles so tadellos und unkompliziert funktioniert, wie im Subaru Forester.

Und fahren lässt er sich auch noch gut.

Es ist erfrischend, wie ansatzlos der Subaru losstartet. Da gibt es nicht einen Hauch von Anfahrschwäche – man ist da ja leider schon von den modernen DSG Getrieben ein wenig gebeutelt. Wer den Subaru Forester „artgerecht“, nämlich eher defensiv mit Voraussicht bewegt, der wird auch mit dem stufenlosen Automatikgetriebe gut leben können. Wildes Hochbeschleunigen mag weder das Getriebe noch das Auto selbst. Dafür ist es auch viel zu komfortabel ausgelegt.

Einmal in Fahrt bemerkt man schnell das angenehm niedrige Geräuschniveau welches sicher auch aufgrund der felsenfesten Verarbeitung und der guten Dämmung zustande kommt. Außerdem nimmt man auch den Komfort der klein dimensionierten Bereifung freudig zur Kenntnis. Viele Hersteller ruinieren sich den Fahrkomfort und den Geradeauslauf mit großformatigen Niederquerschnittwalzen. Zusammen mit der soft abgestimmten Federung werden alle Unebenheiten ordentlich weggebügelt. Die Lenkung ist vielleicht ein wenig indirekt – dafür lässt sich sie sich dann offroad auch perfekt präzise bedienen. Dank guter Bodenfreiheit und permanenten Allradantrieb darf man nämlich mit dem Forester auch hin un wieder die Straßen verlassen.

Der Zweiliter-Benziner arbeitet angenehm laufruhig – natürlich reisst er keine Bäume aus. Aber was soll man noch dazu sagen: Mehr braucht’s net im Subaru Forester. Lediglich beim Verbrauch hätten wir uns ein wenig mehr Engagement gewünscht – unser Testschnitt betrug gut neun Liter Super auf hundert Kilometern.

Fazit.

Man sollte dem Subaru Forester einfach die Chance geben sich zu beweisen. Der Wagen sieht auf den ersten Blick vielleicht nicht wahnsinnig modern aus – seine inneren Werte, wie zum Beispiel die tolle Sicherheitsausstattung, die gute Offroad-Tauglichkeit und die angenehm bequeme Fahrwerksauslegung haben uns aber voll überzeugt. Und auch preislich punktet der Forester – die 2.0i Comfort EyeSight-Ausstattung mit Lineartronic, X-Mode Offroad Assistent und riesigem Glasschiebedach kostet faire EUR 34.990,-.


Daten Fakten
Subaru Forester 2.0i Comfort EyeSight
Motor: 4-Zylinder Boxermotor
Leistung: 150 PS
Testverbrauch: 9,2 Liter Super / 100 km
Preis: EUR 34.990,-

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