Man lernt nie aus

Zum Beispiel über Marken, Klischees und Schubladen. Das durften wir anhand von Opel am eigenen Leib erfahren, weil Wintertraining im Thomatal.

Seit der Übernahme durch Peugeot ist bei Opel viel passiert. Das Meiste davon aber eher hinter den Vorhängen, zumindest darf man das als Außenstehender so behaupten. Es gibt weiterhin und wie immer viele Neuerscheinungen, weiterhin und wie zuletzt immer sind viele SUV´s dabei und weiterhin und wie immer sind sie alle ganz klar als Opel definier- und erkennbar.

Womit wir auch bei den Schubladen wären, wo die Marke als solches unter anderem nicht in der Dynamikschublade zu finden ist. Leichte Ansätze das zu ändern gibt es bereits, Stichwort GSI-Familie inklusive ständigem Zuwachs. Um diesen Ansätzen aber auch Taten folgen zu lassen, um quasi eine Basis für einen nicht gänzlich neuen, aber zusätzlichen Zugang zur Marke Opel zu kreieren, wurde von Opel Austria zum Wintertraining eingeladen.

Ready to go!

Die äußeren Umstände waren schlichtweg perfekt. Minusgrade, leicht bewölkter Himmel und mehr Schnee als man sich vorstellen kann ergaben ein Winterwonderland, welches dem Opel Insignia 4×4 gerade recht kam. Er ist das Flaggschiff der Rüsselsheimer, erst recht als GSI-Variante, wie einige der zur Verfügung stehenden Testwagen.

Drei Buchstaben, denen Opel mehr Aufmerksamkeit schenken will. Verdammt gute Idee.

Generell verfügt der Insignia über ausgezeichnete Antriebe, wobei der 210 PS starke CDTI, und an eine famose 8-Gang-Automatik gekoppelte GSI so wie sein 260 PS starker Benzinbrudernaturgemäß etwas über den Anderen steht. Die Beiden beschleunigen so kraftvoll wie beeindruckend, verfügen über einen fulminanten Durchzug und erreichen eine höchst illegale Höchstgeschwindigkeit. Nur sind das beim Winterdrive allenfalls nette Randnotizen, schöne Zahlen, über die es sich am Abend im Hotel Gambswirt stundelang diskutieren lässt.

Für jeden Geschmack etwas dabei.

Im Thomatal hatte der Insignia eine ganz andere Überzeugungsarbeit zu leisten. Zu Beginn stand ob später Stunde das Intellilux LED Matrix-Licht sprichwörtlich im Rampenlicht. Opel kann da auf eine jahrelange Erfahrung zurück greifen, und das sieht man im wahrsten Sinne des Wortes. Die intelligenten LED´s und das adaptive Kurvenlicht machen die Nacht beinahe zum Tage, selbst der bestgetarnte Schneehase hätte hier keine Chance.

Doch so richtig los ging die Show erst am zweiten Tag. „Winterdrive at it´s best“ wenn wir das mal so zusammenfassen dürfen.

Der Insignia 4X4 zeigte keine Gnade mit den Schnee, fräste durch die verschneite Landschaft wie eine, ja, turbobeatmete Schneefräse.

Auch bei gewollt überhöhten Geschwindigkeiten ließ er sich stets gut beherrschen, eh klar mit Hilfe elektronischer Helferlein, die den quasi dynamischen Flow nicht durch übertriebenen Einsatz unterbrachen.

Klein aber mehr als oho!

Was sonst noch positiv auffiel: Zum Beispiel die rasch gefundene perfekte Sitzposition, ein must have in solchen Situationen. Oder die bei allen Motoren hervorragend niedrige Geräuschkulisse. Und ja, weils so ganz ohne Komfort auch nicht geht, die schnell und gut dosierbare Sitzheizung. Als wir am Ende des Wintertrainings im Rallye Adam Rennen gegen unsere Journalistenkollegen fuhren, wurde uns aber auch ohne Heizung ziemlich heiß.

Fazit nach zwei grandiosen Tagen mit der Rüsselsheimer Traditionsmarke: Opel gone wild!