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Mittel zum Zweck

  • 30. Oktober 2018
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Rationale Entscheidungen sind Teil unseres Alltages. Was brauch ich? Was nicht? Und wie viel will ich dafür ausgeben? Eine Antwort könnte der SsangYong Tivoli sein.

Die koreanische Traditionsmarke genießt bei uns Exotenstatus. Bis vor kurzem schien das auch gewollt, fahrende Augenentzündungen wie ein Rodius oder Actyon lassen zumindest diese Vermutung zu. Zuletzt aber dürften die Designer in FengShui-Büros übersiedelt sein, denn die aktuellen Modelle sind deutlich ruhiger gezeichnet. Man muss jetzt nicht mehr hinschauen, sondern man kann. Und will auch.

Insbesondere der Tivoli setzt hier eine nicht zu unterschätzende Duftnote. Dabei verlässt er sich nicht nur auf die Tatsache, dass er als Kompakt-SUV ansich schon begehrt bist. Es ist mehr die Mischung aus markanter und durchaus dynamischer Front und etwas pausbäckigem Heck, die Aufmerksamkeit und Blicke auf sich zieht. Die Identifikation als Mitglied der kleinen SsangYong-Familie folgt dann unmittelbar darauf.

Gefällige Seitenansicht

Ganz klassisch gebart sich das Interieur, mit leichten Retro-Ansätzen allerdings. Grundsätzlich sind wir eher Freunde von analogen Lösungen in einer digitalen Welt. So gesehen hatten wir unsere Freude an klar skalierten und ideal ablesbaren Instrumenten. Die Mittelkonsole samt Retro-Schaltkulisse und die dort beheimatete Klimasteuerung war uns persönlich etwas zu old-school, die schreiende Rot-Beleuchtung ließ Fotolaborstimmung aufkommen.

Die ist gleich wieder verflogen wenn der Motor läuft. Wir fuhren den 115 PS starken Diesel, gekoppelt an eine klassische 6-Gang-Automatik. Allrad gäbe es als Option, unser Testwagen wurde aber – ganz typischer Kompakt-SUV – über die Vorderräder angetrieben. Die am Papier wenig berauschende Leistung entpuppte sich im Alltag als völlig ausreichend, verantwortlich dafür zeichneten früh anliegende 300 Newtonmeter und eine sehr gelungene Automatik. Weniger toll war die Geräuschkulisse, klare Oktobernächte deckten fehlendes Dämmmaterial schonungslos auf.

Das Heck erinnert ein wenig an den Mini Countryman.

Mit fortschreitender Laufleistung verlor sich das aber zusehends. Letztlich lernt man das unkomplizierte und entschleunigte Wesen des Tivoli mit jedem Meter mehr zu schätzen. Sportliche Ansprüche stellt der Koreaner zu keiner Zeit, das Fahrwerk würde da ohnedies nicht so recht mitziehen. Es ist im besten Sinne auffällig unauffällig, mit spürbarer Tendenz Richtung Komfort. Dazu empfiehlt sich die entsprechende Einstellung des Lenkradmodus, wobei „Normal“ auch geht und „Sport“ eher der Vollständigkeit halber dabei ist.

Mehr als nur der Vollständigkeit halber sei das Platzangebot und die Variabilität des Tivoli erwähnt. Da hat er jeweils einiges zu bieten, vier Erwachsene zum Beispiel samt Gepäck nimmt nicht jeder Konkurrent so leicht auf wie der Koreaner. Die Rücklehnen sind in ihrer Neigung verstellbar, sind sie umgelegt, lacht uns ein ebener Ladeboden an. Weitere Freundlichkeiten – Spannschnüre an der Rücklehne der Vordersitze und eine Vielzahl an Ablagen und Becherhaltern.

Wer im Interieur schrullige Lösungen vermutet liegt völlig daneben.

Der SsangYong Tivoli empfiehlt sich somit auch für Familien, denen ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis wichtiger ist als manch nerviges Assistenzsystem ist. Unser top-ausgestatteter „Be Cool Visual“ glänzte unter anderem mit Ledersitzen, Navi und schicken 18 „Zoll-Felgen. Da ist jetzt vielleicht nicht alles rational begründbar, aber bei EUR 27.200,00 geht sich eine emotionale Entscheidung auch noch aus.


Was er kann:
In Form und Funktion für Familien interessant sein.

Was er nicht kann:
Bei den Antrieben die Qual der Wahl bieten. Ein Diesel. Ein Benziner.

Ändern würden wir:
Innen die roten Lämpchen austauschen. Egal gegen was.

Extralob gibt es:
Für das Nichtloc


Daten SsangYong Tivoli 1,6 2WD A/T
Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel
Leistung: 115 PS
Max. Drehmoment: 300 Nm bei 1500 U/min
Testverbrauch: 6,1 Liter
Vmax: 175 km/h
0 auf 100 km/h: n. bek.
Preis ab EUR 23.650,00

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