Bleibt alles anders

Im Laufe des Jahres bekommt der Honda CR-V einen Nachfolger. Nach zwei Wochen mit dem aktuellen Sondermodell „Lifestyle Plus“ stellt sich die Frage nach dem Warum.

Ein paar Details über den Neuen sind bereits durchgedrungen, wir wissen zum Beispiel was er nicht mehr haben wird: Den 160 PS starken BiTurbo-Diesel samt 9-Gang-Automatik unseres Testwagens. Klingt logisch bei der aktuellen Diesel-Hysterie. Ist es aber nicht, denn der Antrieb erfüllt im Rahmen der „Earth Dreams Technology“ bereits die Euro-6b-Norm. Soll heißen, Ängste vor Fahrverboten sind unbegründet, soll heißen, wir geben hier eine Kaufempfehlung ab.

Denn abgesehen von den für Otto-Normalverbaucher wenig greifbaren Fakten wie CO2-Emissionen oder Abgasnachbehandlungssystem ist der Motor ganz einfach ein Sahnestück. Die beiden Turbolader arbeiten im niedrigen bzw. hohen Drehzahlbereich jeder für sich, in der Mitte ist Teamarbeit angesagt. Merken tut man davon nichts, bis auf die Tatsache, dass der Honda, wie sagt man, verdammt gut geht. Der 9-Gang-Automat tut nichts was dem zuwider läuft, besser noch, er zeigt sich souverän und gelassen, aber auch flexibel genug bei Vollgas ein paar Stufen zu überspringen.

Wobei Vollgas nicht das Erste ist, was einem beim Anblick des Honda CR-V einfällt. Dafür hat er einfach eine zu beeindruckende Statur, ist schlichtweg groß und vor allem auch frei von oft erzwungen wirkenden Coupé-Anleihen. Fad schaut er aber auch nicht aus der Wäsche. Unterm Strich kann man sagen, er ist ein klassisches SUV, so eines mit Allrad, endlos viel Platz und einem aus alldem resultierenden unglaublich großen Reservoir an Talenten.

Unsere Zwischenbilanz fällt also insofern negativ aus, als das wir noch keine Antwort gefunden haben, warum es einen Nachfolger braucht. Vielleicht werden wir ja bei Infotainment, Assistenten&Co fündig. Muss fast so sein, so schnell wie die Welt sich in dem Bereich dreht. Zum Teil sind wir tatsächlich fündig geworden. Vordergründig hat Honda den CR-V mit „CONNECT“ und dem optionalen „SENSING“ auf den neuesten Stand gebracht.

Erwähnenswert aus unserer Sicht ist der feinfühlig arbeitende adaptive Tempomat. Generell haben sich bei keinem der Assistenten Abschaltgelüste eingestellt, was so selbstverständlich nicht ist.

Wo es ein wenig happert, ist bei der Bildschirmlösung und der entsprechenden Bedienung. Der aufgeteilte Bordcomputer hat zwei Anzeigen, eine eingebaut im Tachometer, die andere ausgelagert in einem kleinen Bildschirm, der über dem großen zentral eingebauten Touchscreen thront. Macht nach Adam Riese drei Bildschirme, unterschiedlich konfigurierbar, mit teilweise sich überschneidenden Inhalten. Als Bedienungstool für den Bordcomputer muss das Lenkrad herhalten, wo auch schon Tasten für Tempomaten, Abstandswarner und Handy liegen. Sagen wir so, man sollte sich für seine Lieblingseinstellung Zeit nehmen. Und diese dann nicht mehr ändern.

Gut, eine ultimative Lösung die aktuelle Flut an technischen Goodies bestmöglich ins Handling zu integrieren hat noch kein Hersteller gefunden. So wie wir bis zum Ende keine Grund gefunden haben, vom aktuellen CR-V abzuraten. Wie bei Sondermodellen üblich, glänzt auch der Honda „Lifestyle Plus“ mit Vollausstattung. EUR 45.449,00 kostet das Ganze, bei der Bandbreite an Vorzügen wären wir auch nicht bereit weniger zu bezahlen.


Was er kann:
Mit der jüngeren Konkurrenz locker mithalten.

Was er nicht kann:
Die Ledersitze rasch genug aufheizen.

Ändern würden wir:
Wir nix. Honda alles.

Extralob gibt es:
Für die fehlerfreie 9-Gang-Automatik.


Daten Honda CR-V 1.6 i-DTEC 4WD AT Lifestyle Plus
Motor: 4-Zylinder BiTurbodiesel
Leistung: 160 PS
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 2000 U/min
Testverbrauch: 7,2 Liter
Vmax: 197 km/h
0 auf 100 km/h: 10,0 Sek
Preis ab EUR 42.965,00

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