In unseren Köpfen ist der Renault Twingo in erster Linie ein Kleinwagen zum Lieb haben und Drücken. Doch jetzt kommt der GT.  

Der taugt zwar auch zum Lieb haben, noch mehr aber zum An-drücken. Das vom Smart entliehene Konzept des Heckantriebes hat nach einer starken Motorisierung ja förmlich geschrieen. Renault hat zugehört, und dem gerade einmal 1.078 Kilogramm leichten Floh einen 110 PS starken Dreizylinder-Turbobenziner spendiert. Damit das kräftige Herz auch an niemandem spurlos vorüber geht, gibt es zusätzlich einige – teils optionale – visuelle Renngimmicks. Unser Testwagen hatte sie alle. 

Auch wenn der Renault Twingo GT rote Ampeln nicht in Grüne verwandeln kann, so ist er doch so etwas wie der gar nicht mal so heimliche König des Großstadtdschungels.

Manchen mag das als optischer Input etwas zuviel sein, aber wozu einen GT nehmen, wenn er dann eh nicht wie einer aussieht? Sollten 17-Zoll-Alus, Lufthutzen, schwarze Kunststoffverkleidungen, kleiner Dachspoiler, getönte Scheiben und verchromte Doppelauspuffanlage nicht auch durch Detailverliebtheit und Mut zur Farbe gewürdigt werden? Also bitte, wählt die Pepper-Orange Lackierung, erst sie bringt die  etwas unfranzösisch titulierte „GT-Burning“ – Beklebung zur Geltung. Auch die GT-Sticker auf Dach und Motorhaube sind Lichtblicke im automobilen Alltagsgrau.  

Man kann das guten Gewissens machen, denn der Twingo GT ist insofern kein Blender, als das seine Leistungsdaten ja eine beherzte Gangart zu lassen. Besagte 110 PS gehen einher mit 170 Newtonmeter, einer recht knackigen 5-Gang-Schaltung und einem Sprint auf 100 km/h in unter 10 Sekunden.

Klein, wendig, stark, der Twingo GT verkörpert quasi die heilige Dreifaltigkeit des urbanen Autofahrens.

Quasi an jeder Ecke ein Rad.

Auch Überland ist und bleibt der Maximal-Twingo ein Quell der Freude, zumal GT-Sitze und GT-Fahrwerk ihr bestes geben um Fahrer und Auto in der Spur zu halten. Freilich, physikalische Wunder sind nicht zu erwarten, die Kombination aus leichtem Auto, kurzem Radstand und starkem Antrieb verlangt nach einem hellwachen Piloten und einem festen Griff ums Lenkrad. Dabei gilt, je schneller – der GT rennt immerhin bis zu 182 km/h schnell – desto wacher und fester. Wobei, falls das nicht klar ist, das gilt sowieso und überhaupt für jedes Auto. 

Unabhängig von den GT-Spezzies ist und bleibt der Twingo ein solider und fescher Kleinwagen.

Feine Platzverhältnisse in Reihe Eins, ein relativ großes Handschuhfach im Heck vulgo Kofferraum und eine rasch durchschaute Bedienung in einem gut zusammengeschraubten Interieur sind seine Charakteristika. Preislich startet der Rennzwerg bei sehr fairen EUR 15.790,00, wobei neben besagten Klebern das bei unserem Testwagen inkludierte Technikpaket jedem Interessenten ans Herz gelegt sei. Neben Navi und Spurhalteassistent beinhaltet es auch ein feistes Soundsystem. Denn was ist eine „GT-Burning“-Beklebung schon ohne ordentlichen Subwoofer? 


Was er kann: 
Manch Großen ärgern. 

Was er nicht kann: 
Die Drehzahl anzeigen. Drehzahlmesser Fehlanzeige. 

Extralob gibt es: 
Das Stickeralbum. 

Ändern würden wir: 
Nichts. Twingo GT mag man oder mag man nicht.     



Daten Renault Twingo GT TCE 110  
Motor: 3-Zylinder Turbo-Benziner 
Hubraum: 898 ccm
Leistung: 110 PS
Max. Drehmoment: 170 Nm bei 2500 U.
Testverbrauch: 6,8 Liter
Vmax: 182 km/h
0 auf 100 km/h: 9,8 Sek.
Preis ab EUR 15.790,00