Es regt sich was im Schatten

Mazda ist aktuell in vielerlei Hinsicht in aller Munde. Der 6er Sport Combi hat daran eher wenig Anteil, woran er selber aber überhaupt keine Schuld hat.

Neben den unausweichlichen SUV-Stories und dem neuen Skyactiv-Benziner mit Selbstzündung hievte sich zuletzt noch der neue Mazda 3 mittels Weltpremiere auf der L.A. Motor Show an die Spitze der Pressepräsenz. Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde, könnte man aus Sicht des Mazda 6 sagen, und da haben wir die Konkurrenz aus aller Herren Länder noch gar nicht dazu gezählt.

Generell ist die Welt für Kombis etwas ungemütlicher geworden. Werkt dann noch ein Diesel unter der Motorhaube quasi unbewohnbar. Allerdings ist das weder logisch, noch nachvollziehbar, noch sinnvoll. Der Mazda 6 als ausgewachsener Sport Combi leistet in unserem Testwagen 150 PS, offeriert ein maximales Kofferraumvolumen von 1648 Liter und konsumiert im Schnitt 5,8 Liter Euro 6d-Temp gefilterten Diesel auf 100 Kilometer. Zahlen, welche uns schon sehr bald wie Fabelwerte vorkommen werden, hoch thronend in unseren Benziner-SUV´s.

Was ist schöner, Heck oder Felgen? Eher beides.

Bis es soweit ist, vertreiben wir uns die Zeit sehr gerne mit Mazda 6 Sport Combi. Er bekam zuletzt eine umfassende Optimierung spendiert. Man spricht von leicht adaptierter Front- und Heckpartie, was uns persönlich nicht unmittelbar aufgefallen wäre. Das spricht aber nicht gegen den neuen, sondern für den alten Jahrgang.

Der Mazda 6 war schon immer eine sehr harmonische Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit, und daran hat sich auch nichts geändert.

Im Innenraum spüren wir schon mehr, wobei hier „Veredelung“ besser passt. Die Oberflächen sind deutlich hochwertiger ausgefertigt, feine Nähte zieren das Dashboard. Neue Sitze sind zu vermelden und wir bemerken rasch, wo anders sagen sie „Sportsitze“ zu derart feinem Gestühl. Klar wurde der Mazda 6 auch auf der technischen Seite und den Assistenten auf neuesten Stand gebracht. Eine Selbstverständlichkeit eigentlich, nicht aber die Tatsache, dass vieles serienmäßig verkabelt ist.

Wie Mazda sein typisches Rot in Szene setzt hat schon was.

Wir fuhren die „Revolution“-Ausstattung, wo so feine Sachen wie Matrix-LED-Scheinwerfer, adaptiver Tempomat, diverse Assistenten, 360°-Kamera oder ein Head-up Display an Bord sind. Besonders letzteres bringt mit seinem gut gegliederten Informationsangebot einen hohen Zugewinn an Komfort. Die tollen Platzverhältnisse haben wir in Form des Kofferraumes bereits erwähnt, dass fünf Erwachsene sehr kommod sitzen können sei an dieser Stelle ergänzt.

Der Diesel-Antrieb ist wie gehabt ein 2,2-Liter-Motor, geadelt mit der Skyactive-Technologie. Das maximale Drehmoment von 380 Newtonmetern wird bei 1.800 Umdrehungen geliefert, wer daraus auf mögliches schaltfaules Fahren schließt, liegt ziemlich richtig. Andersrum wäre es auch nicht tragisch, traditionell ist die 6-Gang-Schaltung eine Knackige. Antritt und Elastizität sind von freudvoller Natur, wie wohl man sich die stärkere Version mit 184 PS auch gefallen lassen würde.

Der Sport Kombi trägt seinen Namen zurecht…so oder so.

Die ersten klaren Winternächte und eine besetzte Garage ließen den Diesel auf den ersten Metern nicht ganz unberührt, generell aber ist er ein Gedicht an Laufruhe. Etwas unausgewogen zeigte sich lediglich die Heizleistung – während Sitze und Lenkrad schon voll im Saft standen, zögerte die Klimaautomatik noch ein wenig. Beim Blick auf den Preis von EUR 41.080,00 wurde uns aber eh gleich wieder warm ums Herz.


Was er kann:
Dynamik und Komfort unter einem Dach vereinen.

Was er nicht kann:
Das BOSE-Soundsystem hat keinen Sound im System.

Ändern würden wir:
Dem Mazda 6 mehr Werbezeit geben.

Extralob gibt es:
Das Bedienungspärchen Touchscreen und Dreh-Drück-Regler.


Daten Mazda 6 Sport Combi Revolution
Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Leistung: 150 PS
Max. Drehmoment: 380 Nm bei 1.800 U.
Testverbrauch: 5,8 Liter
Vmax: 210 km/h
0 auf 100 km/h: 10,2 Sek
Preis ab EUR 40.190,00

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