Den Renault Megane Grandtour als Hund zu bezeichnen hat in vielerlei Hinsicht seine Gründe. Und alle sind sie positiv besetzt.  

Unsere Headline bezieht sich dabei aber lediglich auf die Motorisierung, weil, soviel vorweg, der 130 PS und 320 Newtonmeter leistende Common-Railer einen aus der Kompaktklasse herausragenden Cocktail aus Antritt, Drehfreude und dezenter Soundkulisse bietet. Wir mußten sogar, und das passiert uns angesichts gewissenhafter Vorrecherchen nicht oft, in den Presseunterlagen nachschauen, wo denn da jetzt die 160 PS-Maschine aus dem Talisman steht. Ja nirgends natürlich, der Antrieb des Testwagens tut nur so als ob er +30 PS hätte. Und wir haben es wider besseren Wissens geglaubt.

Auch haben wir den Fahrmodus „Sport“ angewählt, welcher dem Kombi zusätzliche Schärfe verleiht. Die digitalen Instrumente färben sich dabei rot, das Gaspedal spricht noch giftiger an und der Drang zur Kurve wird noch größer. Dass wir hier von einem französischen Familienkombi schreiben glaubt uns wahrscheinlich keiner, weshalb wir auch wieder schöne Fotos gemacht haben. Ja, richtig, der blaue Kombi auf den Bildern, mit seiner sehr prägnanten Front und der stylishen Leuchtengrafik, von dem schreiben wir hier.

 

 

Eine Vier vor dem Komma ist verbrauchstechnisch keine große Hexerei

Freunde klassischer französischer Komfortzonen wenden sich jetzt vielleicht mit Grauen ab. Doch verzaget nicht, es gibt auch einen Komfort-Modus, eine Mittelarmlehne und eine Massagefunktion in den vorderen Sitzen. Hat zweifelsohne auch seinen Reiz, weil man so besser hört, dass man (fast) nichts hört. Auch kommt der Verbrauch dabei in echt lässige Bereiche, eine Vier vor dem Komma ist da keine große Hexerei. Wie wohl, auch Generation Bleifuß wird sich stets schwer tun, auf Dauer mehr als 6 Liter auf 100 Kilometer durch die Leitungen zu jagen.

Schwer tun wird sich manch einer vielleicht auch mit der Infotainmentlösung des Megane. Der vertikal angebrachte Monitor ist ein Bekannter, so man mit der Renault-Familie auf Du ist. Er beinhaltet das neue R-Link 2-Multimedia-Navigationssystem, welches sämtliche Daten anzeigt. Grundsätzlich tut es das eh übersichtlich, aber die Flut an Einstellungsmöglichkeiten läßt alles ab und an etwas überfrachtet wirken. Andererseits lernt man so die externe Steuerungseinheit für das Radio schätzen, die man aufgrund der versteckten Lage hinterm Lenkrad alsbald blind bedienen kann.

Was war noch? Ah ja, Kombi. Kofferraumvolumen 521 bis 504 Liter, niedrige Ladekante, die Lehnen fallen per Hebelzug im Verhältnis 2:1 um. Aufregender wird’s nicht mehr, solide und feine Kombikost halt. Dafür glänzt unser Testwagen mit der Topausstattung „BOSE“. No na inkludiert es ein formidables Soundsystem, aber auch schicke Felgen, VOLL-Led-Scheinwerfer, ein Head-up Display und ein anständiges Paket an Assistenzsystemen. Bei Gelüsten gilt es Minimum EUR 28.590,00 bereit zu halten.


Was er kann:
Fast alles individualisieren. 

Was er nicht kann:
Etwas, was andere Kombis nicht können. 

Extralob gibt es:
Für diese motivierten 130 PS. 

Ändern würden wir:
Den adaptiven Tempomaten auch über 140 km/h arbeiten lassen.    


Daten Renault Megane Grandtour dCi 130 BOSE
Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 130 PS bei 4000 Umdrehungen
Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min
Testverbrauch: 5,4 Liter
Vmax: 198 km/h
0 auf 100 km/h: 10,0 Sek.
Preis ab EUR 28.590,00