Zum Beispiel wenn man sich einen Dacia Duster zulegt. Der ist seit mittlerweile sieben Jahren am Markt und geht noch immer weg wie warmen Semmeln. 

Selbst das letzte Facelift liegt schon ein paar Jährchen zurück. Trotzdem verkauft sich der Preisbrecher  noch immer wie von selbst. Das Phänomen auf den Punkt gebracht: „Biete vollwertiges Kompakt-SUV mit viel Platz und moderner Technik aus dem Renaultkonzern für wenig Geld.“ Heißt im Kontext unseres Testwagens dCi 110 Diesel mit 6-Gang-Doppelkupplung und top ausgestatteten Sondermodell „Blackshadow“ (Frage an alle – Sind shadows nicht sowieso black?) um sagenhafte EUR 18.390,00.   

Damit wildert der Duster quer durch bis tief hinein in den Markt der Gebrauchtwagen. Stellt sich natürlich die Frage, wie machen die das und wo spürst du als Fahrer wie stark den Preisdruck. Am Ehesten, und das ist sowohl unser erster als auch unser letzter Eindruck, am Grobschlächtigen. Der Dacia Duster ist eher ein Breitschwert als ein Florett. Das zieht sich vom Exterieur durch bis ins Interieur, gilt so auch für den Antrieb und das Fahrverhalten.

Er ist keiner der dir was vorgaukelt oder fishing for compliments zelebriert. A ehrliche Haut, wie man so schön sagt. 

Großer Pluspunkt ist sicher sein eigenständiges Design. Ein Duster ist ein Duster, quasi unverwechselbar, mit mehr Aufmerksamkeitspotential als manch rundgelutschter Koreaner. „Blackshadow“ veredelt diese Tatsache mit gezieltem Einsatz von Chrom (Reling, Unterfahrschutz), schwarz glänzenden Details (Spiegelklappen, Grill), neuen Felgen und getönten Scheiben. Das Interieur bekam ein in schwarz gehaltenes Armaturenbrett, besser noch hat uns aber jedwede Abwesenheit von verarbeitungstechnischen Schnitzern gefallen.  

Womit man allerdings leben muß, sind einige Schrullen in Sachen Bedienung. Größtes Ärgernis ist dabei der senkrecht stehende und zu weit unten angebrachte Bildschirm des Radio-Navis. Doppelt schade, da das System an sich auf neuestem Stand ist. Dagegen läßt sich die noch weiter unten angebrachte Klimasteuerung ganz gut bedienen. Genau so wie die elektrisch verstellbaren Rückspiegel, wobei der Regler unter dem Handbremshebel schon ein echtes Gaudium darstellt. Und die Idee die Lehnenverstellung an der Innenseite hinter dem Ablagenfach anzubringen war wohl auch nicht die Beste.  

Den 109 PS starken Turbo-Diesel mit dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zu verbinden war dafür eine grandiose Idee. Starke 250 Newtonmeter, guter Durchzug und feine Schaltvorgänge stehen dem Duster genau so ausgezeichnet wie die durchaus akzeptable Geräuschkulisse und der Testverbrauch von 6,1 Litern. Dass es nicht mehr werden liegt sicher auch am komfortablen Fahrwerk, der etwas indifferenten Lenkung oder den locker-legeren Sitzen. Kurz gesagt, sportliches oder dynamisches ist die Sache des Duster nicht.  

War aber auch nie der Plan. Selbst wenn es einmal einen gab, hat der Erfolg des Duster selbigen eh überholt. Offensichtlich hat der Welt noch ein vollwertiges SUV ohne viel Chichi  zum Kampfpreis gefehlt. Und nachdem Dacia auf der IAA bereits den Nachfolger präsentiert hat, ist für Nachschub gesorgt.  
 


Was er kann:
Viel Leistung für wenig Geld. 

Was er nicht kann:
Alles was er nicht kann, ist einkalkuliert. 

Extralob gibt es:
Für viel Platz und ja, auch die Verarbeitung. 

Ändern würden wir:
Das Lenkrad pimpen. Erinnert an ein Magermodell.   


Daten Dacia Duster dCi ECD Blackshadow  
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel 
Hubraum: 1.461 ccm
Leistung: 109 PS
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1.750 U.
Testverbrauch: 6,1 Liter
Vmax: 169 km/h
0 auf 100 km/h: 11,9 Sek.
Preis ab EUR 18.390,00