BMW liefert mit dem M2 das brachialste Statement im Segment der Kompaktsportler.

370 PS aus turbogeladenen sechs Zylindern in Reihe, drei Liter Hubraum, natürlich Heckantrieb und eine hinreißende Coke-Bottle Taille das sind die groben Eckdaten des BMW M2. Eckdaten, bei denen nicht nur Hardcore-Bimmer bereits das Wasser im Mund zusammenläuft, ohne jemals drinnen gesessen zu sein. Wir hatten jetzt das Vergnügen, den BMW M2 eine Woche lang intensiv zu verkosten.

Den M2 als „zu heißgewaschenen“ M3 zu bezeichnen, ist vielleicht der falsche Ansatz, dieses Auto zu begreifen. Dennoch trifft es diese Bezeichnung schon ganz gut. Zumindest aus technischer Sicht. Auch im M2 werkt ein 3-Liter Reihensechszylinder-Turbo, dieser basiert zwar auf dem Triebwerk des M235i, wichtige Motorenteile, wie Kolben, Kurbelwellen-Hauptlagerschalen und die Zündkerzen stammen aber vom M3. Zusammen mit dem flinken Doppelkupplungsgetriebe und dem Klappen-Auspuff ist der M2, wie auch seine Brüder M3 oder M4 ein aggressives Sportgerät, welches gleichwohl auf der Rennstrecke wie auch im normalen Straßenverkehr seine Stärken gekonnt ausspielt. Das Ergebnis liest sich jedenfalls mehr als vielversprechend: 370 PS bei 6.500 Umdrehungen und 465 Newtonmeter ab 1.400 U/min (500 Newtonmeter im Overboost).

Dass BMW eine schärfere Variante in geringer Auflage bringen wird, ist mehr als ein Gerücht. Ob der dann CSL oder GTS heißen wird ist allerdings noch offen.

Was den M2 von seinen größeren Brüdern unterscheidet ist die etwas weniger zugespitzte HiTech-Umsetzung des Ganzen. Da fehlt zum Beispiel das Carbon-Dach und auch auf die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten von Fahrwerk, Getriebe und Motor-Mapping, wie sie M3 oder M4 bieten verzichtet man beim Kauf eines BMW M2. Der allseits bekannte BMW Fahrerlebnisschalter sorgt hier für unkomplizierte Zuspitzung oder bei Bedarf auch Abschwächung des überbordenden M2-Temperaments. Und genau diese unkapriziöse Art ist die wahre Stärke des M2. Man steigt einfach ein und fährt weg, wie mit jedem anderen BMW – vielleicht ein wenig ungehobelter tönend und härter gefedert aber eben völlig unkompliziert.

Optisch wirkt der M2 ähnlich überzeichnet, wie sein Vorgänger, das Einser M-Coupé. Seine ausgeprägt schwellenden Kotflügel hat er den breiteren Achsen zu verdanken – ebenfalls eine Mitgift aus der M3/M4 Schublade. Auch die Lenkung stammt aus derselben Ecke. Innen herrscht sportliche Reduktion. Seitenhaltstarke Sportsitze, das übliche mega-fette M-Sportlenkrad und viel offenporiges Karbon dominiert das Ambiente. Hier geht’s eindeutig um Performance und nicht um Wohnlichkeit oder Luxus. Und dieser Performance-Anspruch wird spätestens beim Druck des Startknopfes lautstark untermauert. Der Motor- und Auspuffsound ist sogar im Komfort-Modus höchst präsent. Switcht man dann auf SPORT oder SPORT plus wird’s so richtig laut. Der M2 bollert, röhrt und hustet, dass es eine Freude ist.

Auch beim Vortrieb erwartet uns keine Enttäuschung. Die Beschleunigung ist extra-gierig, der potente Motor schupft den kleinen M2 locker vorwärts. Dennoch bleibt die gebotene Fahrdynamik immer auf der sicheren Seite – es ist definitiv nicht so, dass der M2 vor lauter Kraft nicht mehr laufen kann. Schnellfahren ist für fast jeden jederzeit machbar – haarig wird´s höchstens auf nasser Fahrbahn, bei niedrigen Temperaturen und hemmungslosem Einsatz im SPORT plus-Modus. Da sollte man schon ein wenig Drift-Talent an den Tag legen. Wenn man´s drauf hat, darf man seine Umwelt dann hauptsächlich querbeschleunigt aus dem Seitenfenster betrachten. Den werkseitig angegebenen Verbrauch von 7,9 Liter auf hundert Kilometern wird man allerdings dann nicht ganz einhalten können. Aber das ist in solchen Situationen dann wahrscheinlich komplett nebensächlich.

Insgesamt präsentiert sich der BMW M2 als ernstzunehmende Konkurrenz zum Porsche Cayman S. Er fährt sich ähnlich ambitioniert, ohne beim Alltagsnutzen zu patzen. Preislich startet der M2 bei EUR 65.450,-, kein Schnäppchen aber in der Premium-Klasse gibt’s halt nichts zu verschenken. Wem das alles noch immer zu wenig scharf ist, der wartet noch ein wenig beziehungsweise bestellt wenn’s geht jetzt schon die nächste Ausbaustufe des M2. Dass BMW eine schärfere Variante in geringer Auflage bringen wird, ist mehr als ein Gerücht. Ob der dann CSL oder GTS heißen wird ist allerdings noch offen.

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