Der japanische Bike-Spezialist Yamaha zeigt auch bei den Scootern Flagge.

Dass Yamaha Spitze beim Bauen von tollen Motorrädern ist, spürt man auch bei den Scootern. Diese genießen den Transfer der vorhandenen Motor- und Fahrwerks-Technologie, welche man dann im Fahrbetrieb auch tatsächlich zu spüren bekommt.

Selten fuhren sich Motorroller so souverän, wie die von Yamaha.

Yamaha Tricity 125, TMAX 530 und NMAX 125

Die Palette an modernen Yamaha-Rollern präsentiert sich extrem vielfältig. Sie reicht vom urbanen E-Scooter bis zum sportlichen T-Max. Wir haben uns drei interessante Modelle für einen Intensiv-Test herausgepickt:

Aus der Riege der modernen 125er Roller sticht der Yamaha G125 NMAX vor allem mit seinem sportlichen Design heraus. 

Weichgespült und rundgelutscht, so kennen wir die meisten kompakten Scooter. So gut wie alle schauen sie entweder niedlich oder fröhlich aus der Wäsche. Oder beides. Bedenkt man den Anspruch den diese Zweiräder zumeist stellen, nämlich sich an jeder Kreuzung in die 1. Reihe zu stellen oder in Staus von einer Lücke zur anderen zu cruisen, eigentlich eine Themenverfehlung. Dachte sich auch Yamaha und setzte beim NMAX für einen deutlich sportlicheren Ansatz. Und der gefällt uns sehr gut, auch weil der visuellen Ankündigung konkrete Taten folgen. Die Leistung von 12,2 PS schöpft zwar nicht den Rahmen des Möglichen aus, dank einer variablen Ventilsteuerung ist der 1-Zylinder-Motor aber ein höchst spritziger Geselle. Die Technik sorgt für einen niedrigen Verbrauch und ein gutes Durchzugvermögen, gerade im unteren Bereich, wo es gemeinhin ja auch ständig benötigt wird. Oben herum wird es ein wenig zäher, allerdings erst in Bereichen, wo ein 125er in Wirklichkeit eh nichts mehr verloren hat.

Egal wie schnell man dann letztlich ist, der GMAX schenkt einem stets das Gefühl der Sicherheit. Die 13 Zoll Räder halten die Yamaha stabil in der Spur, wird’s gar zu wild, helfen einem solide zupackende Scheibenbremsen und das serienmäßige ABS für geschmeidige Verzögerung. Also nur keine Hemmungen, Gas geben, Drehfreude ernten und dem täglichen Verkehrswahnsinn mit einem Lächeln entfliehen. Soll dies zu zweit passieren, tut ein Griff ins Zubehörregal zum Topcase not, da unter dem Sitz nur ein Helm Platz findet. Dem hervorragenden Gesamteindruck, den der Yamaha G125 NMAX bei uns hinterlassen hat, tut dies keinen Abbruch. Neben seinem gerade zu extrovertiertem Design – Stichwort LED-Doppelscheinwerfer – besticht er mit seinem modernen Antrieb und den sehr guten Handlingeigenschaften. Der moderate Preis von EUR 2.999,00 schließlich unterstreicht unsere Kaufempfehlung noch.

Daten Yamaha G125 NMAX
Motor: 1-Zylinder Viertaktmotor
Hubraum: 125 ccm
Leistung: 12,2 PS
Max. Drehmoment: 11,7 Nm bei 7250 U/min
Leergewicht: 127 Kilogramm
Preis ab EUR 2.999,00
Yamaha Tricity 125

Unser zweiter Aspirant ist der Yamaha Tricity 125. Sein Name sagt eigentlich schon alles aus: Er hat drei Räder und passt perfekt in die City.

An sein Design muss man sich vielleicht zuerst ein wenig gewöhnen. Während das schlanke Heck noch einen typischen Motorroller zeigt, wirds vorne rum so richtig futuristisch. Die Front ist extrem ausladend, die beiden 14-Zoll Räder um einiges prägnanter als bei den anderen Dreirad-Scootern à la Piaggio MP3 oder Peugeot Metropolis. Die Verkleidung mit ihrem gepfeilten Scheinwerfer signalisiert Tempo und das riesige Windschild ist mehr als bloß eine Alibi-Scheibe.

Der Yamaha Tricity 125 ist der ideale Motorroller für Autofahrer, die auf den Stau pfeifen.

Ein echter Bringer ist das tolle Fahrwerk des Tricity, welches dem Gefährt zusätzlich enorme Sicherheit verleiht. Da spielt es keine Rolle, ob die Straße nass ist oder Straßenbahnschienen gequert werden müssen. Der Yamaha Tricity spielt überall mit, da gibts kein gefährliches Rutschen oder Wackeln. Die gebotenen 12,2 PS müssen sich mit dem leicht erhöhten Gewicht (164 kg fahrfertig) nicht allzu plagen – es gibt nur wenige Situationen, wo man mehr Power benötigen würde – deutlich wird das Gewichtsmanko höchstens wenn man direkt auf den identisch motorisierten Yamaha G125 NMAX  umsteigt. Der ist dann doch um ein Hauseck spritziger.

Der Yamaha Tricity 125 ist eher ein Gefährt für gemütliche Zeitgenossen. Man sitzt aufrecht und mit viel Übersicht auf dem Scooter, erfreut sich an der bequemen Sitzbank und blickt durch die riesige Windschutzscheibe. Diese sorgt für guten Wetterschutz. Eine Selbststabilisierungs-Funktion fehlt – man muss halt seine Füsse an der Ampel auf die Straße stellen, was aber kein Problem darstellt. Der Tricity repräsentiert den idealen City-Begleiter für Leute, denen der tägliche Stau auf den Geist geht und die ihr Auto unter der Woche lieber stehen lassen. Gerade nicht ganz so versierte Scooterfahrer genießen das sichere und stabile Fahrgefühl des Tricity.

Daten Yamaha Tricity 125
Motor: 1-Zylinder Viertaktmotor
Hubraum: 125 ccm
Leistung: 12,2 PS
Max. Drehmoment: 11,7 Nm bei 7250 U/min
Leergewicht: 164 Kilogramm
Preis ab EUR 4.299,00

In eine völlig andere Richtung zielt der Yamaha TMAX. Dieses Gerät kratzt nicht nur an der Grenze zu echten Bikes. Es durchstösst diese auch in vielen Bereichen.

Dieses Gerät steht schon optisch für sich alleine. Unser Test-Scooter zeigte eine mehr als gelungene Mischung aus Schwarztönen –  mal matt, mal glänzend – kombiniert mit Alu-Elementen (Auspuff) und goldenen Highlights (Bremssättel, Gabel). Der lichtstarke Voll-LED-Scheinwerfer und das hohe Windschild vervollständigt das tolle Design des Yamaha TMAX. Alles zusammen ergibt ein extrem stimmiges Bild, welches auch noch hervorragend verarbeitet daherkommt.

Man startet den TMAX keyless – also der Schlüssel bleibt in der Hosentasche – ebenso erhält man schlüssellos Zugang zum großen Helmfach und zum Tankverschluss. Schon die Tonlage des Motors und das bassige Ballern aus dem voluminösen Auspuff verraten, was dieser Motorroller auf dem Kasten hat. Der 530 Kubikzentimeter große Zweizylinder schupft locker 46 PS ans Hinterrad und beschleunigt den TMAX locker auf Hundert und auch weit über das Autobahnlimit, falls man das mal will. Dies geht alles völlig entspannt von der Hand. Da ruckelt oder zuckt nichts und je schneller man wird, desto mehr ruht die Yamaha in sich selbst. Lediglich in schnellen Kurven würde man sich etwas Knieschluss wünschen – aber das ist alles Gewöhnungssache.

Das große Windschild hält einstweilen den größten Druck vom Fahrer fern. Dieser wird umfassend über die gut ablesbaren teildigitalen Armaturen informiert. Neben allerlei Bordcomputer-Infos lässt sich beim TMAX auch der gewünschte Fahrmodus vorwählen. Wer möchte switcht auf SPORT und erntet die volle Beschleunigungsdröhnung. Für nasse Straßenverhältnissen gibt’s auch einen zahmeren Modus, man muss allerdings anmerken, dass sich der TMAX auch im scharfen Modus herrlich weich beschleunigen lässt – hier spielen die toll abgestimmte Antischlupfregelung und das serienmäßige ABS gut mit.

Auch innerstädtisch ist der Yamaha TMAX eine Macht. Es muss schon ein starker Tesla kommen, damit man das Ampelduell verliert. Natürlich verliert man zugunsten der Hochgeschwindigkeitsstabilität ein wenig Wendigkeit, aber das ist verkraftbar und bei einem Roller dieses Kalibers auch völlig normal. Insgesamt fährt der Yamaha TMAX in seiner Klasse auf Augenhöhe mit den BMW Großrollern mit – auch preislich sollte man dementsprechend gerüstet sein: Gut 13.000 Euro sind für einen Motorroller wahrlich kein Honigschlecken mehr.

Daten Yamaha TMAX
Motor: 2-Zylinder Viertaktmotor
Hubraum: 530 ccm
Leistung: 46 PS
Max. Drehmoment: 53 Nm bei 5250 U/min
Leergewicht: 213 Kilogramm
Preis ab EUR 13.075,00