…die beiden Kinder, die Mama, den Opa, die Oma und den halben Hausrat ein.

Ab geht’s in die Ferien! Auch heuer sind wir zu Sechst – Oma und Opa sind wie immer mit von der Partie Richtung „Hausmastastrand“! Da braucht‘s entweder zwei fahrbare Untersätze oder eben ein richtiges Auto mit langstreckentauglichen Plätzen und dazu dem adäquaten Kofferraum obendrauf. Also kein SUV mit Möchtegern-Bestuhlung in der dritten Reihe und Mini-Ablage für zwei Sporttaschen dahinter. Ein richtiger Bus muss her. Da drängt sich der neue Traveller von Peugeot geradezu auf.

Der Peugeot Traveller ist meilenweit von einem Lieferwagen entfernt und eignet sich deshalb hervorragend als Gefährte für einen ausladenden Familienurlaub.

Den Traveller gibt’s wählbar in drei Längen mit allen denkbaren Sitzkonfigurationen und nahezu grenzenlosem Stauraum dahinter. Außerdem birgt der Peugeot keine der Lieferwagen-Unpässlichkeiten, die einem die Anreise verhageln könnten. Unser Testwagen – die mittlere Längenvariante L2 – stellt schon ziemlich das Optimum dar. Er hat einen 150 PS starken, gut gedämmten HDI-Dieselmotor unter der bulligen Haube, federt höchst komfortabel und geht trotz Vollbeladung nicht in die Knie. Außerdem sieht er auch noch so richtig fein aus – im Gegensatz zu den quaderförmigen, völlig glattflächigen Kollegen der Konkurrenz, hat Peugeot dem Traveller eine relativ detailreiche Karosserie verpasst, welche den Bus optisch aus der Masse vervorheben.

Alle Mitreisenden sitzen komfortabel und als Fahrer genießt man sowieso fast PKW-Komfort. Lediglich die Lehne der doppelten Beifahrerbank lässt sich leider nicht verstellen. Aber das ist verkraftbar – dafür ist die Belegung mit zwei Dreierreihen umso praktischer, wird dadurch der Kofferraum nicht vom sechsten Sitz angeknabbert. In der zweiten Reihe sitzen die restlichen drei Mitreisenden mit genug Ellbogen- und Kniefreiheit.

Innen erwartet einem PKW-Atmosphäre im Breitbandformat

 

Eingestiegen wird hinten über praktische Schiebetüren – welche auf Wunsch elektrisch bedient werden. Dies funktioniert auch mit Fernbedienung. Innen erwartet einem PKW-Atmosphäre im Breitbandformat – da gibt’s nicht viel Blech zu sehen. Alles ist fein verkleidet, schön verarbeitet und gut zu bedienen. Das tolle Infotainment-System mit Navigation, Handy-Integration und Audio verströmt einen Hauch von Luxus.

Unser Testwagen hätte sogar eine dritte Dreierbank, die wurde aber von uns mit wenigen Handgriffen ausgebaut. Sie wartet im Keller auf unsere Rückkehr. Jetzt haben wir den freigewordenen Platz mit Urlaubsutensilien vollgeräumt. Aufwändiger Schlichtarbeit, wie man sie von normal dimensionierten Autos kennt, bedarf es im Falle des großen Peugeot nicht. Der glattflächige Kofferraum schluckt wirklich alles und wenn es notwendig ist, stapelt man hoch bis unters Dach. Wichtig ist halt nur, die schweren Koffer im unterem Bereich zu lassen – aber das erklärt sich von selbst.

Der Traveller wächst mit seiner Aufgabe – je mehr geladen ist, desto komfortabler liegt der Wagen auf der Straße

Die 150 PS des Zweiliter-Turbodiesel-Motors befördern den Traveller locker auf Autobahntempo und bewahren selbst auf stärkeren Steigungen die Contenance. Dabei verbraucht er auch noch angenehm wenig – unser Reiseschnitt lag bei rund sieben Litern Diesel, wohlgemerkt zu Sechst und vollbeladen. Der lange Radstand schafft nicht nur Platz – er fördert auch den Geradeauslauf – frei nach dem Segler-Motto: „Länge läuft“. Auch Kurven nimmt der Traveller dank seiner präzise ausgelegten Lenkung willig – aber das kennen wir schon von anderen Peugeot-Modellen. 

Unser Fazit:
Die 48.850,- Euro Kaufpreis des Peugeot Traveller 2.0 BlueHDI 150 Allure L2 sind für eine Familie sicher kein Zuckerschlecken. Dennoch muss man anmerken, dass man um sein Geld halt ein wirklich tolles, komplettes Auto erhält, welches die Bezeichnung „Familienauto“ nicht als Zierde trägt und auch nicht so schnell vor irgendwelchen Transportaufgaben w.o. gibt. Wer es nicht so eilig hat, greift zum 115 PS starken 1.6 L BlueHDI in der kurzen Ausführung (L1) und Active-Ausstattung, dieser geht dann ab EUR 37.900 über den Ladentisch. Wem das alles zu teuer erscheint, der sollte sich einmal auf der VW T6-Preisliste umsehen – da relativieren sich die Peugeot-Preise schnell.