Peugeot kauft Opel! Wie das jetzt zu Stande gekommen ist, weiß man nicht. Wir tippen: Die Franzosen sind den neuen Zafira gefahren. 

Weil, wenn man mal bei Peugeot reinschaut, wird man vergeblich einen modernen Van suchen. Opel aber hat seinem Vorzeige-Van ein umfassendes Facelift spendiert, ihn modernisiert und auf der ganzen Bandbreite des Autofahrens attraktiver gestaltet. Vielleicht ist der Herr Tavares vom PSA-Konzern eine Runde mit dem Zafira gefahren und dachte sich „Mon dieux, so was will isch ausch, n´est pas?“ Na ja, ganz so wird es nicht gewesen sein, aber es erscheint so abwegig nicht.

Der geliftete Zafira ist ein tolles Stück Auto geworden.

Denn, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Zweck dieser Zeilen, der geliftete Zafira ist ein tolles Stück Auto geworden. Seinen genetischen Nachteil kein SUV zu sein wischt er Opel mit 710 bis 1860 Litern Kofferraumvolumen, optionalen sieben Sitzen und einem Maximum an Flexibilität einfach bei Seite. So läßt sich zum Beispiel der Mittelsitz der zweiten Reihe mit wenigen Handgriffen zu einer breiten Armauflage mit Cupholdern umbauen.

Der Spieltrieb wird gefördert, es erinnert ein wenig an Lego, oder wer es noch kennt, Matador.

Ins Digitale umgelegt darf das auch für das neu gestaltete Interieur und das neue Infotainment gelten. „Navi950 IntelliLink Touch“ nennen sie das bei Opel, welches quasi den Großteil der Knöpfe des Vorgängers gefressen und sich einverleibt hat. Wichtige Details wie Klimasteuerung bleiben aber outgesourct, danke dafür. Ganz allgemein kann man sagen, dass die Bedienbarkeit einen Quantensprung zum Vorgänger getätigt hat, wie wohl ein Touchscreen immer vom Verkehr ablenken wird. Aber dafür gibt es ja die Sprachsteuerung, mit der wir uns entgegen manch halblustiger Radiospots immer gut unterhalten haben.

Gut so, denn den Blick von der Straße zu richten, kommt selten gut. Schon gar nicht wenn ein 170 PS starker Turbodiesel 400 Newtonmeter maximales Drehmoment gen 6-Gang-Getriebe schickt. Der leicht grummelnde Common-Railer schiebt gewaltig an, dreht gerne hoch, hat aber auch nichts gegen schaltfaules Gleiten. Blöd nur, dass unser Testwagen mit dem OPC Line Paket und dem Flex Ride Premiumfahrwerk gepimpt war. Zweiteres erfüllt quasi was Ersteres optisch verspricht, zu meist befanden wir uns im dynamisch angelegten Kurvenswing. Ja eh, passt nicht zu einem Familien-Van, aber sagen sie das mal dem Zafira.

Stichwort Ausstattung. Unser Testmodell packte auf die Top-Line „Innovation“ noch einige Features drauf. Gut so, denn erst mit dem adaptiven Fahrlicht kommt die neue Leuchtengrafik und der neue Grill perfekt zur Geltung. Und die Assistenten gehören ja auch gefeiert, also Opel Eye Frontkamera, ihres Zeichens Träger eines adaptiven Tempomaten, Abstands- und Frontkollisionswarners und eines Verkehrsschild- und Spurhalteassistenten, dazu. Wie banal klingt dagegen unser persönliches Highlight, die Panorama-Windschutzscheibe, die einem den Himmel gefühlt ein großes Stück näher bringt. Kostenpunkt für die volle Packung Opel Zafira ohne Peugeotbeteiligung EUR 44.430,00.


Was er kann:
Das Image der Van´s aufpolieren.

Was er nicht kann:
Vor sich hinsäuseln.

Extralob gibt es:
Die jedes Mal wieder hervorragenden Sitze.

Ändern würden wir:
Eh nix. Vor allem keinen Löwen draufpicken.


Daten Opel Zafira 2.0 CDTi Innovation 
Motor: 4-Zylinder Turbo-Common Rail
Hubraum: 1.956 ccm
Leistung: 170 PS
Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1750 Umdrehungen
Testverbrauch: 6,2 Liter
Vmax: 208 km/h
0 auf 100 km/h: 9,8 Sek.
Preis ab EUR 32.790,00