Wo wäre Nissan ohne den Qashqai? Daran wollen wir gar nicht denken und schauen uns den Bestseller lieber etwas genauer an. 

Höchst erfreulicher Anlass für unseren Test ist der neue 1,6 Liter-Turbo-Benziner, seines Zeichens 163 PS stark und mit einem maximalen Drehmoment von 240 Newtonmeter unterfüttert. Statistisch gesehen eine Prospektleiche, so wegen SUV, hoher Aufbau, Gewicht und eh schon wissen. Eine Sichtweise von vorgestern, und das sagen wir nicht, weil wir dem Diesel ans Bein pinkeln wollen. Bestimmt gibt es auch SUV-Benziner Kombos die so gar nicht gehen. Beim Nissan Qashqai aber ist in jeder Hinsicht alles gut. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen einer im Testwagen inexistenten Automatik.

Man liest ja immer wieder von Anfahrschwächen, ruppigen Parkmanövern und sonstige Grausligkeiten. Das manuelle 6-Gang-Getriebe des Nissan aber ist ein Gutes, der Schalthebel liegt gut in der Hand, die Anschlüsse passen. Somit ist ein breites Spektrum an Talenten garantiert. Die Offensivkraft in uns will jedes der 163 Pferde spüren, tritt ordentlich aufs Gas, zappt sich durch die Schaltkulisse. Soundtechnisch bleibt dabei alles im zivilen Bereich, ganz im Gegensatz zur Geschwindigkeit. Ein defensiv veranlagter Kollege erfreute sich dagegen am schaltfaulen Gleiten und ausreichend Durchzug, zumindest jenseits der 2.000 Touren.

In Wirklichkeit treffen sich beide in der Mitte, wo sich letztlich auch der Qashqai am wohlsten fühlt. „Dynamisches Gleiten“ könnte man sagen, gemütlich, aber mit angespannten Muskeln. Stellt sich dem Nissan eine Kurve in den Weg, dann ist das auch nicht weiter tragisch. Allrad ist für den Nippon-SUV zwar nicht erhältlich, unabhängig davon zieht er stoisch seine Spur ohne den Anspruch zu stellen eine Kurvensau zu sein. Die vielleicht größte Sorge bei 95 Oktan schlürfenden SUV´s, den Verbrauch, beantwortet der Qashqai mit 6,7 Litern im Schnitt relativ gelassen.

Der neue Antrieb unterstreicht den Ruf des Qasqhai als Allroundtalent, ja, er fügt dem Ganzen noch eine Facette hinzu. Und tatsächlich ist es so, dass man sich den universellen Möglichkeiten des Nissan nicht wirklich entziehen kann. Es begeistert einfach, wie strukturiert und gut verarbeitet sein Interieur ist, wie er auf alles eine Antwort zu haben scheint. Ein Pärchenwochenende samt Mountainbikes? Ein Skiurlaub mit der 4-köpfigen Familie? Ein kleiner Kräftevergleich mit der Massenware TDI aus Wolfsburg? Der Qasqhai zeigt überall auf, gäbe es eine Millionenshow für Autos, er würde bis ins Finale durchmarschieren. Ohne Joker.

Als Tüpfelchen auf dem i fungiert der sehr interessante Preis. Die Top-Ausstattung „Tekna“ inkludiert feine Features wie das Fahrerassistenz-Paket, das Nissan Connect Navigationssystemmit 7“-Bildschirm, schicke Alus, ein Bordcomputer, eine aktive Spurkontrolle, das Intelligent Key-System, Tempomat, elektrische Fensterheber vorne und hinten sowie noch vieles mehr. In diesem Kontext bescheidene EUR 31.511,00 möchte Nissan dafür haben. Noch ein Tipp: Das optionale Safety Shield 360 mit Rundumkamera bestellen.


Was er kann:
Seinem eigenen Trend folgen. 

Was er nicht kann:
Eine Allrad-Variante offerieren. 

Extralob gibt es:
Für den attraktiven Preis. 

Ändern würden wir:
Für den Modellwechsel – einen größeren Bildschirm.   


Daten Nissan Qashqai 1,6 DIG-T Tekkna
Motor: 4-Zylinder Turbo-Benziner
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 163 PS
Max. Drehmoment: 240 Nm bei 2000 U/min
Testverbrauch: 6,7 Liter
Vmax: 200 km/h
0 auf 100 km/h: 9,1 Sek.
Preis ab EUR 31.511,00