… nur, wenn der Test des Mazda MX-5 RF auf goldene Herbsttage trifft, ist das kaum zu schaffen. Wir haben uns an dieser Herkulesaufgabe trotzdem versucht. Und sind gescheitert.

Zu unserer Ehrenrettung aber nicht vollständig, weil wir haben auch einen Kritikpunkt gefunden, und zwar die mehr oder weniger inexistenten Ablagen. Ja, das war es dann auch schon wieder, mehr ist nicht. Der Rest ist einfach nur die pure Essenz an Endorphin-maximiertem Fahren, in unserem Fall von Linz in die Therme Geinberg. Die beeindruckende Tradition, welche der  Mazda MX-5  in der Hinsicht vorzuweisen hat, setzt das aktuelle Modell locker fort. Mit dem Begriff „Ikone“ ist zwar immer ein wenig vorsichtig umzugehen, dem MX-5 drücken wir diesen Stempel aber mit reinem Gewissen auf.

Mit dem Begriff „Ikone“ ist zwar immer ein wenig vorsichtig umzugehen, dem MX-5 drücken wir diesen Stempel aber mit reinem Gewissen auf.

Das gilt natürlich auch für den Retractable Fastback, kurz RF genannt. Er ist quasi Nachfolger des Hardtop-Modells, versteht sich selber aber als Targa-Variante. Eine mittlerweile sehr selten gewordene Spezies, warum genau weiß man nicht. Uns wäre während den Testfahrten kein nennenswerter Nachteil gegenüber dem klassischen Cabrio aufgefallen. Klar, Puristen werden entweder an zu wenig Frischluft oder zu viel Gewicht nörgeln, aber das gleicht insbesondere bei einer eh schon reduzierten Fahrmaschine wie dem MX-5 einer Themenverfehlung.

Alleine die technischen Daten sprechen schon für sich. 160 drehfreudige Benziner-PS stehen einem lächerlichen Eigengewicht von 1.130 Kilogramm gegenüber, Heckantrieb und der Inbegriff einer knackigen 6-Gang-Schaltung erhöhen den Speichelfluss. 17-Zoll-Alus, Bilstein-Sportfahrwerk und eine Sitzposition auf SUV-Radmutternhöhe sind weitere Insignien der Macht. Die reinen Fahrleistungen (0 – 100 km/h in 7,5 Sekunden, 215 km/h Höchstgeschwindigkeit) sind ein Indiz für den gebotenen Fahrspaß, das tatsächlich Erlebte können sie aber nur marginal vermitteln.

Platz nehmen. Dreiteiliges Hardtop in 13 Sekunden öffnen. Die Welt vergessen.

So geschehen bei der ersten Ausfahrt. Und bei jeder Folgenden. Egal ob Autobahn, Stadtgewusel, Tunneldurchfahrten oder hügeliges Hinterland, der Mazda MX-5 holte aus jeder Situation das Beste heraus. Eingebettet in hervorragenden Recaro-Sitzen und einem penibel verarbeiteten Interieur wurde jeder Kilometer zum reinen Genuss. In Sachen Fahrdynamik ist der MX-5 ein unfassbar talentierter Begleiter, das viel zitierte Go-Kart mag einem in den Sinn kommen. Keine Kurve die nicht mit viel Verve genommen werden will, bei Bedarf auch mit einem leichten Heckschwung. Muss aber nicht.

Bei unserer Testfahrt nach Geinberg hatten wir richtige Herbst-Temperaturen. Die Straßen waren zwar trocken und absoluter Fahrspaß garantiert – aber es war dann doch sehr frisch bei offenem Dach… zum Glück bietet die Therme Geinberg Abhilfe mit Sauna und Hamam!

Tatsächlich ist das Leben ja nicht eine einzige Testfahrt. Schade eigentlich. Fahrspaß hin oder her, auch ein vermeintlich klassischer Zweitwagen wie der Mazda MX-5 RF ist vor dem Alltag nicht gefeit. Da trifft es sich gut, dass er über Restkomfort verfügt, neben einem feschen Interieur auch Sitzheizung, Navi, Becherhalter, BOSE-Soundsystem und so etwas wie einen Kofferraum besitzt. Am Ende haben wir auch noch das Ablagefach in der Rückwand des Roadsters entdeckt. Jetzt ist uns auch noch unser einziger Kritikpunkt abhandengekommen. Seriös betrachtet.


Daten und Fakten – Mazda MX-5 RF Revolution Top
Motor: 1.998 ccm, 4-Zylinder-Benzin-Motor
Leistung: 160 PS
ab EUR 37.390,00