Dass dem Kia Optima die Kombivariante besonders gut steht ist bekannt. Dass er als GT 245 PS auf die Straße wirft eher weniger.

Kia hat zwar bereits einige sportliche Ausleger im Programm, so richtig angekommen ist das beim Publikum aber noch nicht. Zumindest lassen diverse verdutzt dreinschauende BMW-Fahrer diesen Schluß zu. Wie überhaupt Liebhaber von deutschen Premiumprodukten ein etwas genauerer Blick auf unser Testfahrzeug nahezulegen wäre. Neben den schieren Leistungsdaten des Turbo-Benziners besticht der Optima durch ein höchst dynamisches Erscheinungsbild, ein ganz feines Interieur und ein beinahe unanständiges Preis-Leistungsverhältnis.

Neugierig geworden? Dann wollen wir diese Neugier weiter mit Daten füttern. 350 Newtonmeter bei 1.350 Umdrehungen werden von einer 6-Gang-Automatik verwaltet, der Antrieb kommt von vorne, der brummige Sound aus den Boxen. Rasch kristallisiert sich das Wesen des feschen Kombis heraus – schon ein Sportler, aber keiner der Grenzen überschreiten oder Rekorde pulverisieren will. Politisch korrektes rasen wenn man so will. Immerhin fällt der Hunderter in 7,8 Sekunden, bei theoretischen 232 km/h liegt der Zenit. Bei der Fülle an Drehmoment langen die sechs Gänge der Automatik auch völlig aus, zumal sie die Gasbefehle so gut wie immer richtig zu deuten vermag.

So ergibt sich ganz von selber eine höchst bekömmliche Art des Reisens. Immer schnell, nicht selten auch zu schnell, aber ohne Schweißflecken. Und das nicht nur, weil die hervorragenden Ledersitze vollklimatisiert sind. Schon auch, aber es ist eher die Leichtigkeit mit welcher der Optima GT durch die Landschaft pflügt. Den wählbaren „Sport“-Modus probiert man dabei vielleicht 1-2mal aus, die dann schon etwas harte Federung und der höher drehende Benziner machen auf Dauer aber weder Sinn noch Freude. Und der Verbrauch ist auch so schon kein Ruhmesblatt, erst im Eco-Modus konnten wir den Schnitt spürbar unter 9 Liter drücken.

Sei´s drum, eine so schicke und schnelle Wohlfühloase will halt gefüttert werden. Und, nicht zu vergessen, es gibt ja auch noch ein Kombiheck zu befüllen. 552 bis 1.686 Liter Fassungsvermögen sind zwar kein Bestwert, aber so was von ausreichend. Eh klar ist alles dabei, was das Be- oder Entladen leichter macht. Auch die Passagiere haben ein recht ordentliches Platzangebot, wobei die etwas knappe Kopffreiheit der schicken Schale geschuldet ist. Grundsätzlich aber gilt – 4 Erwachsene samt Urlaubsgepäck nimmt der Optima SW ohne mit der Achse zu zucken.

All das ist schon sehr super, es wird aber noch superer. Wie beinahe üblich bei Kia, offeriert auch der Top-Optima eine Komplettausstattung bei sehr spannenden Kosten. Formal sind EUR 51.790,00 natürlich ein Haufen Geld, doch angesichts von Vollleder-Ausstattung, Navi, LED-Scheinwerfer, adaptivem Tempomaten, sonstigen allerlei Assistenten, sportlichen Anbaudetails und der sowieso genialen 7 Jahre Garantie sticht der Kia Optima SW GT jedes deutsche Konkurrenzprodukt locker aus.


Was er kann:
Das Image von Kia würzen.

Was er nicht kann:
Sparsam sein.

Extralob gibt es:
Minimale Eingewöhnung bei maximaler Ausstattung.

Ändern würden wir:
Ein ähnlich potenter Diesel wäre fesch.


Daten Kia Optima SW 2,0 GT
Motor: 4-Zylinder Turbo-Benziner
Hubraum: 1.999 ccm
Leistung: 245 PS
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1350 U/min
Testverbrauch: 8,9 Liter
Vmax: 232 km/h
0 auf 100 km/h: 7,8 Sek.
Preis ab EUR 51.790,00