Erster Eindruck – riesig! Mit seinem 5,9 Zoll großen Display kratzt das Huawei Mate 9 schon haarscharf am Tablet-Segment. Mein privates iPhone 5s – zugegeben aus der Smartphone-Steinzeit stammend – wirkt daneben, wie die Karikatur seiner selbst – ist sogar deutlich kleiner als der Huawei-Bildschirm alleine. Kleine Hände werden sich einhändig etwas härter damit tun oder besser gleich in den Verkleinerungsmodus switchen, der das Bild nach unten rechts verschiebt und somit für jeden Daumen bedienbar macht.

Schmeichelweich liegt das extraflache Huawei Mate 9 in der Hand. Das aus mattem Aluminium gefertigte Gehäuse ist ein haptischer wie auch optischer Hochgenuss – damit das so bleibt, nimmt man die beiliegende transparente Schutzhülle gerne in Anspruch. Sie trägt kaum auf und ist so gut wie unsichtbar, schützt das Smartphone aber zuverlässig gegen Kratzer und Schrammen. Auch die tolle Dual-Kamera auf der Rückseite wird so optimal geschützt. Sie verfügt, wie auch das P9 oder das neue P10 über Leica-Knowhow.

Huawei Mate 9

 

Unser Anspruch an das Testgerät war von Anfang an die Verwendung im Redaktionsalltag als praktischer Ersatz für die herkömmliche Kamera inklusive Bildbearbeitung, der Einsatz im Office-Bereich, das Handling mit den sozialen Medien sowie das Austesten diverser Automodelle im Bereich der mobilen Vernetzbarkeit. Die Basis ist schon mal vielversprechend. Der schnelle HiSilicon Kirin 960 Achtkern-Prozessor, die vier Gigabite RAM und der 64 GB große interne Speicher sorgen für Speed und optimale Leistungsfähigkeit. Wer möchte, erweitert den Speicher durch Einsetzen einer microSD Karte oder nutzt den Slot für eine zweite SIM Karte. Das 5,9 Zoll große Display ermöglicht mit 1920 x 1080 Pixel FullHD-Auflösung. Schärfe und Helligkeit überzeugten im Test.

 

Der Akku des Mate 9 hat eine Kapazität von 4.000 mAh. In der Praxis reichte der Strom für unsere Zwecke cirka einen Tag lang. Überzeugen konnte die Super-Charge-Ladetechnologie, mit der sich der Akku innerhalb von 45 Minuten auf 75 Prozent aufladen lässt. Induktive Ladung – also kabellos – gibt es beim Mate 9 nicht. Das ist schade, weil mittlerweile viele Autos über eine derartige Vorrichtung verfügen. Sehr praktisch ist der Finger-Abdruck-Scanner auf der Rückseite – der funktioniert wirklich pfeilschnell: Finger drauf und das Handy läuft.

Während eine der beiden Kameras auf der Rückseite in Farbe mit 12 Megapixeln auflöst, nimmt die zweite 20-Megapixel-Linse monochrome Bilder auf und sammelt zusätzliche Tiefeninformationen. Dadurch lässt sich auch nach dem Fotografieren noch der Fokus verändern und die virtuelle Blende verstellen. Bei guten Lichtverhältnissen gelingen mit dem Huawei Mate 9 ausgezeichnete Fotos und Videos.

Die Integration in unseren Testfahrzeugen klappte mit Bluetooth völlig problemlos. Über Android-Car ebenso – man benötigt halt ein Kabel für die Anbindung. Probleme in automobilen Betrieb treten höchstens bei der Ablage des Smartphones auf – durch die Größe findet sich in vielen Autos oftmals nicht der Platz um das Mate 9 ordentlich abzulegen.

Unterm Strich waren wir mit dem Huawei Mate 9 sehr glücklich. An die riesigen Abmessungen des Geräts gewöhnt man sich schnell – möchte es einfach nicht mehr kleiner haben, technisch gibt sich das Mate 9 ebenfalls keine Blöße. Als Auto-affinem Menschen drängt sich einem das Huawei Mate 9 natürlich als teure Luxus-Edition im „Porsche Design“ mit zwar kleinerem aber dafür geschwungenem Amoled-Display auf. Das herkömmliche Huawei Mate 9 gibt’s um EUR 699,- (empfohlener Richtpreis) im Handel.