An und für sich ist ja der normale Golf GTI schon kein Kind von Traurigkeit. Nicht der Stärkste im Segment, aber kinderleicht zu handeln und deswegen unterm Strich immer bei den Schnellsten vorne mit dabei. Dennoch – 230 PS holen heutzutage keinen mehr hinterm Ofen hervor – sowas können sogar deutlich kleinere Sportler und auch Familienkombis wie der Skoda Octavia RS schupfen schon locker 230 Pferde.

Zeit zu handeln. Das Ergebnis nennt sich VW Golf GTI Clubsport. Rein äußerlich muss man zweimal hinschauen, um die Unterschiede zum Normalo-GTI zu erkennen. Am auffälligsten sind noch der keck in den Himmel ragende Heckspoiler und die neuen Felgen. Auch an der Front wurde sanft überarbeitet, das erkennt man aber nur, wenn der Wagen hell lackiert ist. Auch innen alles normal GTI inklusive der tollen Sportsitze – dieses Mal gottseidank nicht kariert –  und der tadellosen Verarbeitung.

Ein haptischer Genuss ist das mit Alcantara bezogene Lenkrad.

Die wichtigsten Änderungen betreffen natürlich die Technik. Zum einen leistet der Golf GTI Clubsport jetzt 265 PS. Drückt man etwas fester an, erhöht sich dieser Wert kurzfristig dank Overboost auf saftige 290 PS. Von dieser Macht merkt man beim Anstarten klarerweise noch nichts. Motor und Auspuff klingen im Alltag nur verhalten kernig. Irgendwie erfrischend, wenn man sich die derzeit so angesagten brachialen Wortmeldungen der Konkurrenz anhört. Geschaltet wird auf Wunsch mit DSG – eine gute Wahl. Im Alltag spielt der GTI seinen sportlichen Charakter gekonnt herunter – da zickt nix rum, alles läuft easy und entspannt. Auch die Federung spricht kommod an. Auch verbrauchstechnisch hält sich der scharfe GTI dann zurück – wählt man die ECO-Einstellung und nutzt man oft den Segel-Modus, fließen im Schnitt nur rund 7,5 Liter Super durch die Einspritzdüsen. Nur wer will schon das Gaspedal eines Golf GTI streicheln!?

Wir switchen auf SPORT und wählen die S-Stellung des DSG-Getriebes. Der Clubsport spannt die Muskeln an, zudem werden das adaptive Fahrwerk und die Lenkauslegung deutlich sportlicher.Jetzt tönt es auch ganz ordentlich aus den beiden Auspuffrohren. Die Gänge werden vom DSG länger gehalten und automatische Zwischengasstöße beim Runterschalten untermalen den Fahrspaß akustisch. Der Zweilitermotor zeigt jetzt, dass er auch auf erhöhte Drehzahlen abfährt. Idealerweise wählt man jetzt eine möglichst kurvenreiche Strecke – dort ist der GTI zuhause. Anbremsen, Einlenken, Angasen – alles funktioniert völlig easy und entspannt. Kein Zerren an der direkt ausgelegten Lenkung, keine Traktionsprobleme stören den Fluss. Der Motor hängt gierig am Gas, jeder Gang passt – jetzt darf der Clubsport auch röhren. Dass auch der Benzinverbrauch gestiegen ist, ist klar – dennoch, unser Testschnitt von 9,2 Liter Super schreckt uns angesichts der gebotenen Leistung nicht.

Fazit
Wenn Golf GTI, dann gleich Clubsport. Schließlich geht’s in diesem Fahrzeugsegment nur um die pure Leistung. Der VW Golf GTI Clubsport DSG steht ab EUR 42.845,- in der Preisliste.


Daten Fakten
VW Golf GTI Clubsport DSG
Motor: 4-Zylinder Turbo
Hubraum: 1984 ccm
Leistung: 265 PS (290 PS mit Overboost)
Drehmoment: 350 Nm (1700 – 5300 Nm)
Vmax: 250 km/h
0-100 km/h: 6.3 Sekunden
Testverbrauch: 9,2 Liter /100 km
Preis: ab EUR 42.845,-

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